Der Gesundheitscampus ist in die Jahre gekommen und es muss unbedingt renoviert werden. Doch wer macht es? Pächter, Eigentümer, die Stadt?  Foto: Daniel Pütz

Balve. Viele werden sich noch erinnern, als vor fast 15 Jahren circa 3000 Bürger auf die Straße gingen, um für den Erhalt des St. Marien Hospitals zu demonstrieren. Doch die geballte Faust der Demokratie konnte das Unvermeidliche nicht verhindern. Das Krankenhaus schloss seine Pforten.
Zurück blieb ein gewaltiger Gebäudekomplex ohne Leben. Zumindest so lange bis das Konzept des Gesundheitscampus Sauerland Formen annahm. Heute zeugt nur noch ein kleiner Schriftzug an der Pforte von der bis heute 135-jährigen geschichtsträchtigen Tradition des Hauses als St.-Marien-Hospital, in dem  derzeit verschiedene medizinische Dienstleistungen wie Heilpraktik,  Orthopädie, Ergotherapie, Allgemeinmedizin, Pflegedienst, Innere Medizin, Kardiologie, Gastroenterologie und weitere unter dem Mantel der Betreibergesellschaft Gesundheitscampus Sauerland vorzufinden sind.
Eine gute Lösung, die damals unter anderem möglich wurde durch die eigens gegründete Bürgerstiftung unter dem heutigen Vorsitz von Wolfram Schmitz. Auch wenn es immer mal Schwierigkeiten bei der Belegung oder bei Genehmigungsverfahren gab, gilt der Gesundheitscampus Sauerland heute als etablierte Instanz in der örtlichen medizinischen Versorgung.
Am 1. Januar 2014 ging das Eigentum an der Krankenhausanlage an die Bürgerstiftung über, die diese seither an die Gesundheitscampus Sauerland GmbH & Co. KG im Rahmen eines „langjährigen Pachtvertrages“, wie es auf der Website heißt, verpachtet. Dieser Pachtvertrag läuft nun in einem knappen Jahr aus.
Grund genug zu schauen, wie es weitergeht. Die HÖNNE-ZEITUNG fragt bei den Verantwortlichen nach. Vorsitzender der Bürgerstiftung Wolfram Schmitz hält sich bedeckt, was tiefergehende Aussagen zum laufenden Verfahren betrifft, was weiter nicht verwundert. Auf die Anfrage der HÖNNE-ZEITUNG bezüglich notwendiger Investitionen, die dem Vernehmen nach in hohem Maße anstünden und seitens des Pächters nicht zu stemmen seien, heißt es: „Mit dem Gesundheitscampus stehen wir hinsichtlich der erforderlichen Investitionen in engem Austausch“.  
Ingo Jakschies, Geschäftsführer des Gesundheitscampus und damit Pächter spricht aufgrund des Alters  und der Nutzung von einem „möglichen Erhaltungsstau, bei dem hier aber zwischen erforderlich und wünschenswert zu differenzieren ist“. Ziel weiterer Gespräche zwischen Eigentümer und Pächter müsse hier der Fortbestand der Idee der gesundheitlichen Versorgung der Balver Bevölkerung sein.
Jakschies verweist auch auf mögliche Chancen, die sich aus den Gesprächen für die bestehenden Vertragsverhältnisse des Campus ergeben. Drängt sich die Frage auf, ob die öffentliche Hand ins Boot geholt wird, falls sich Eigentümer und Pächter bezüglich der notwendigen Investitionen nicht einigen können.
Laut Bürgermeister Hubertus Mühling laufen seit längerem routinierte Gespräche zwischen den Partnern mit dem „notwendigen Verantwortungsbewusstsein“. Diese stellten einen gewöhnlichen Geschäftsablauf dar. Alle Beteiligten – auch die Stadt Balve – haben ein vitales Interesse an der Weiterführung dieses beispielhaften Modells zur Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum. Konkreter wird er nicht. Ob und wie es also nach Ablauf des Pachtvertrages im Sommer 2027 im Campus weitergeht, steht also zunächst in den Sternen. DP