Helle/Wocklum. Vor fünf Jahren war Ministerin Ina Scharrenbach in der Balver Höhle um den Heimatscheck, dotiert mit damals fast 900.000 Euro, für die Errichtung des Geschichtspfades Balve, der an der Höhle startet, zu übergeben. Heute ließ sie es sich nicht nehmen, um erneut nach Balve zu kommen, um die offizielle Eröffnung vorzunehmen, diesmal an den Endpunkt, der Luisenhütte.

„Die Zukunft lebt von Ideen“, sagte sie und wies darauf hin, dass dies vor fünf Jahren ausschlaggebend war, das Projekt zu unterstützen. Es sei so etwas Besonderes, diese Verknüpfung von verschiedenen geschichtlichen Orten, angefangen von der prähistorischen Höhle, über die Wallburg, dem Schloss Wocklum bis hin zum Museum Balve und der Luisenhütte. „Balve an sich ist schon eine dankbare Show an historischen Orten, jetzt sind einige miteinander verbunden“, so die Ministerin weiter. „Es zeigt, woher wir kommen, ein echtes Heimatzeugnis“, wünscht sie nun, dass viele Besucher kommen werden. Einzig, dass der Startpunkt an der Balver Höhle nicht einmal angefangen wurde, ist ein Makel, der auf dem Geschichtsweg lastet, machte Brudermeister Christoph Rapp der Ministerin im Gespräch deutlich. 

Landrat Ralf Schwarzkopf zeigte auf, dass man nun so viel Neues entdecken könne. Auf einem Areal von vier Quadratkilometern seine zwei besondere interaktive Rundwanderwege entstanden. Er dankte dem Förderverein Luisenhütte, der die Federführung des Projektes hatte.

Den Dank reichte Jakob Graf von Landsberg-Velen, Vorsitzender des Fördervereins, weiter an diejenigen, die das erst ermöglicht hatten. „Das, was hier über Jahrhunderte gewachsen ist, wurde bewahrt, behutsam erneuert und zugänglich gemacht. Das ist mehr als eine bauliche Leistung, das ist ein Bekenntnis zu unserer gemeinsamen Geschichte und unserem Erbe“, so der Graf. Er schloss mit der Hoffnung, dass der Geschichtspark viele Menschen erreicht.

Nach der Führung durch den unteren Bereich der Luisenhütte stellte Bürgermeister Hubertus Mühling noch das neue Schmuckstück der Stadt, das Museum Balve (MUBA) vor. Zudem habe man eine Zeitkapsel fertig gemacht, die diesen Augenblick für spätere Generation festhalten soll. Direkt vor dem Museum wurde die Kapsel, die alle Unterschriften der Teilnehmer an diesem Tag beinhaltete, im Erdreich versenkt.  kr

Hier ein paar Fotos von der Eröffnung.   Fotos: Roland Krahl


Mit der feierlichen Eröffnung des Geschichtsparks Balve wird ein gewachsenes Projekt gestartet, das zentrale Orte der Stadtgeschichte nicht nur bewahrt, sondern erstmals systematisch miteinander verbindet: Luisenhütte, Museum für Vor- und Frühgeschichte (MUBA), Balver Höhle, Schloss Wocklum sowie die umliegende Kulturlandschaft sind nun als zusammenhängender Geschichtsraum erlebbar.

Das Projekt basiert auf dem Heimat-Zeugnis-Vorhaben „Geschichtspark Balve. Menschen – Orte – Heimat“, das bereits 2020 initiiert und 2021 mit der Übergabe des Förderbescheids durch die Ministerin offiziell auf den Weg gebracht wurden. Insgesamt sind Fördermittel in Höhe von mehr als 1,25 Millionen Euro bereitgestellt worden. Nach einer pandemiebedingten Verzögerung konnte das Vorhaben nun erfolgreich abgeschlossen werden.

Der Geschichtspark Balve umfasst ein rund vier Quadratkilometer großes Areal und verbindet zentrale kulturhistorische Orte. Dazu zählen die Balver Höhle als größte Kulturhöhle Europas, die Luisenhütte als älteste vollständig erhaltene Hochofenanlage Deutschlands, das modernisierte Museum für Vor- und Frühgeschichte (MUBA) der Stadt Balve an der Luisenhütte sowie ein neu entwickelter Themen-Wanderweg, der diese Orte mit Schloss Wocklum und weiteren historischen Punkten wie der mittelalterlichen Wallburg auf dem Balver Burgberg verknüpft. Insgesamt 18 Stationen entlang der Wege vermitteln kulturhistorische Inhalte direkt in der Landschaft: Niedrigschwellig, digital unterstützt und familienfreundlich.

Für den Förderverein Luisenhütte, der das Projekt maßgeblich mit initiiert und begleitet hat, ist die Eröffnung ein Meilenstein nach langer Entwicklungsarbeit. Jakob Graf von Landsberg-Velen, 1. Vorsitzender des Fördervereins, sagt: „Dieses Projekt ist aus vielen einzelnen Ideen gewachsen. Der Geschichtspark Balve ist kein klassisches Museumsprojekt, sondern ein Netzwerk aus Orten, das Geschichte in einen Zusammenhang bringt. Damit entsteht ein neuer Blick auf unsere Region und auf das, was sie geprägt hat und noch prägt.“ Bürgermeister Hubertus Mühling, zugleich Stellvertretender Vorsitzender des Fördervereins, ergänzt: „Mit dem Geschichtspark machen wir unsere Geschichte sichtbarer und zugänglicher. Wir haben von Beginn an Barrierefreiheit und Familienfreundlichkeit mitgedacht. So ist ein Angebot entstanden, das Menschen verschiedener Generationen anspricht und unsere historischen Orte miteinander verbindet.“

Für Ralf Schwarzkopf, Landrat des Märkischen Kreises, ist die Zusammenarbeit der beteiligten Partner sehr gut gelaufen: „Der Geschichtspark Balve zeigt, wie erfolgreiche Zusammenarbeit über Grenzen hinweg funktionieren kann. Land, Kreis, Stadt und Vereine haben hier gemeinsam ein Projekt umgesetzt, das nicht nur einzelne Orte stärkt, sondern eine Region kulturell verbindet. Genau solche Projekte stärken unseren ländlichen Raum.“

Ein zentraler Bestandteil der Neugestaltung ist das Museum für Vor- und Frühgeschichte (MUBA), das umfassend renoviert, konzeptionell neu ausgerichtet und barrierefrei erschlossen wurde. Der barrierefreie Zugang des Museums wurde dabei mit Fördermitteln der Aktion Mensch in Höhe von 86.000 Euro mitfinanziert und ermöglicht nun allen Besucherinnen und Besuchern einen uneingeschränkten Zugang zu der Ausstellung.

Ergänzt wird es durch eine multimediale Aufwertung der Luisenhütte. Der neue Themenwanderweg wiederum verbindet die Orte nicht nur räumlich, sondern auch erzählerisch und macht Geschichte in der Landschaft erfahrbar. Auch unterstützt durch digitale Inhalte, die über QR-Codes abrufbar sind.   pmk

Hier ein paar Fotos von den Themenwanderwegen.   Fotos: Märkischer Kreis