Bei bestem Wetter tummelten sich die Besucher rund um die Luisenhütte. Fotos: Henry Esland
Wocklum. Zum 19. Mal fand gestern das Kulturfestival „Luise heizt ein” statt, dieses Mal unter dem Motto „stahlblau – waldgrün”. Die ehemalige Eisengießerei Luisenhütte war gestern erneut Schauplatz von beeindruckenden Akrobatik-Shows, schrulligen Entertainern und spaßigen Mitmach-Attraktionen für die Kleinsten unter dem Publikum. Zudem gab es etwas zu feiern: die Wiedereröffnung des Museums für Vor- und Frühgeschichte Balve, welches nun unter dem eingängigen Kürzel MUBA (MUseum BAlve) zurückkehrt und noch dazu komplett renoviert wurde.
Auf dem Festival selbst sorgten verschiedenste Show-Programme für Freude beim Publikum. Die Aristokraten konnten im Hasen- oder Hummelkostüm mit absurden Tanz- und Turneinlagen das Publikum für sich gewinnen. Der akrobatische Akt Fabuloka verband waghalsige Zirkuskunst mit Slapstick-Humor auf einem selbstgebauten Stahlkonstrukt.
Speedcarving-Interessierte konnten gleich dreimal dabei zusehen, wie aus einem plumpen Holzblock binnen kürzester Zeit die feinste Skulptur entstehen kann und die Fakire der Estupida Compania waren mit ihrer wilden und unberechenbaren Art ebenfalls echte Publikumsmagneten.
Wer sich abseits des Show-Programms umgesehen hat, konnte neben reichlich vielen Sitz- und Essgelegenheiten auch noch zahlreiche skurrile, als Walking Acts herumlaufende Märchenwesen antreffen, die von Altmetall-Robotern bis zu Baumriesen reichten und einen starken Kontrast zwischen Technik und Natur dargestellt haben, ebenso wie die im Grün liegende Luisenhütte selbst.
Am frühen Abend des Tages wurde außerdem das offizielle Soft-Opening des MUBA’s mit Ansprachen des Landrats Ralf Schwarzkopf und des Bürgermeisters Hubertus Mühling eingeläutet. Besonders stark eingegangen wurde auf die Familienfreundlichkeit des Museums und die Möglichkeit, Kindern Balver Geschichte spielerisch näherzubringen.
Das frische und moderne Rebranding des MUBAs ist an allen Ecken spürbar: Von den matten, einfarbigen Wänden des alten Museums ist keine Spur mehr, stattdessen ziehen sich strahlende Rot-, Gelb- und Blauakzente durch das größtenteils hellweiße Museum, welches mittlerweile völlig barrierefrei ist. Logo-Designer Frank Georgy erklärte, dass sich das durch bunte Farben und runde Formen auszeichnende Design Verspieltheit und Freundlichkeit ausdrücken soll. Diese Verspieltheit findet sich jedoch nicht nur in der Optik, sondern auch in den vielen neuen interaktiven Attraktionen im Gebäude. Dass in Zukunft auch Kindergeburtstage im Museum möglich sein sollen, zeigt das Selbstbewusstsein des Teams, einen Ort kreiert zu haben, an dem Kinder gerne Zeit verbringen. Möglich wurde der Umbau durch Fördergelder, der barrierefreie Eingang wurde durch die Aktion Mensch finanziert.
Das Ganze ist Teil des Projektes „Geschichtspark Balve”, zu welchem neben der Balver Höhle, dem MUBA und der Luisenhütte auch noch zahlreiche neue Info-Stationen auf den umliegenden Wanderwegen gehören.
Wer Interesse an der Geschichte Balves hatte, kam aber nicht nur innerhalb des Museums auf seine Kosten, sondern auch davor. Dort wurden nämlich Nachgüsse echter Dinosaurier-Fundstücke aus Beckum ausgestellt. Paläontologe Dr. Achim H. Schwermann versicherte, dass auch neuere Fundstücke regelmäßig Einzug ins MUBA finden werden.
Die prächtige Feuershow Zazou Movement beendete den Tag schließlich auf spektakuläre Art und Weise. HE
Hier ein paar Eindrücke von der Veranstaltung und dem neuen MUBA:



