Neuenrade. Statt einer Erstattung für eine Warenrückgabe hat eine 61-jährige Neuenraderin am Dienstag Geld vom Konto abgebucht bekommen. Sie suchte im Internet nach der Kundendienst-Rufnummer eines großen Online-Warenhauses, um eine Waren-Rücksendung zu veranlassen. Dabei stieß sie wohl auf eine Fake-Nummer. Die angebliche Hotline-Mitarbeiterin versprach, sich um die Rücksendung zu kümmern und verlangte für die Sofortüberweisung die Angabe einer Kontonummer.
Nach dem Ende des Gesprächs stellte die Neuenraderin fest, dass ihr während des laufenden Gesprächs ein hoher Geldbetrag abgebucht wurde. Statt eine „Sofortüberweisung“ zu bekommen, wurde offenbar sofort eine Überweisung von ihrem Konto veranlasst. Woran es nun lag, das muss die Polizei klären, bei der die Neuenraderin Anzeige erstattete.
Suchmaschinen im Internet führen nicht immer zum gewünschten Ziel, sondern immer wieder in die Arme von Betrügern. Dieselbe Masche gibt es auch mit Reiseveranstaltern oder Fluglinien, beispielsweise wenn Flüge umgebucht werden sollen: Auch in Zeitalter von KI wünschen sich Kunden einen persönlichen Ansprechpartner und geben sich nicht zufrieden mit den immer häufiger angebotenen „Chats“. Deshalb suchen Kunden im Internet nach einer „echten“ Hotline.
Betrüger springen in die Bresche. Sie bauen teilweise den Originalseiten frappierend ähnlich sehende Webseiten und bieten den freundlichen, vermeintlichen Rundum-Service. Der Unterschied: Bei ihnen bekommt der Kunde nichts, sondern er zahlt kräftig drauf.
Nutzer solcher Dienste sollten tatsächlich zunächst versuchen, alles über ihr Kundenkonto online abzuwickeln. Führt das nicht zum Erfolg, bleiben Sie misstrauisch bei angeblichen Hotline-Nummern! Geben Sie keine sensiblen Daten preis! Für eine Kauf-Rückabwicklung braucht die Hotline weder PIN noch TAN. Behalten Sie die Zugangsdaten zu dem jeweiligen Online-Dienst für sich! Lassen Sie keinen Fernzugriff auf Ihren Computer zu! Überprüfen Sie bei übersandten Mails, ob die Mitteilung wirklich von der vermuteten Firma stammt.
Wenn der Verdacht einer unberechtigten Abbuchung besteht, sollten Kunden schnellstens Kontakt mit ihrer Bank aufnehmen. Eventuell lässt sich der Transfer noch stoppen. (cris)



