Märkischer Kreis. Allmählich geht die Motorradsaison 2026 zu Ende. Noch aber nutzen viele Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer die letzten warmen und sonnigen Tage für Touren durch das Sauerland. Doch die Bedingungen auf den Straßen unterscheiden sich jetzt deutlich von denen im Sommer. Was verändert sich zum Herbst hin und welche Gefahren entstehen dadurch?

Weniger Sonne, mehr Risiko
Auch wenn die Temperaturen tagsüber noch sommerlich sein können, sind die Straßenverhältnisse aufgrund der kühleren Temperaturen in der Nacht längst nicht mehr mit denen in den Sommermonaten zu vergleichen. In der Nacht kühlt der Asphalt jetzt deutlich mehr aus, wodurch Motorradreifen auch an schönen Herbsttagen in der Regel länger brauchen, um eine optimale Betriebstemperatur und damit maximale Haftung zu erreichen. Auch sind die Straßen in den Morgen- und Abendstunden oftmals noch feucht und damit rutschig. Seien Sie deshalb aufmerksam und passen Sie Ihre Geschwindigkeit den Witterungsverhältnissen an!

Gefahr durch Verschmutzungen und langsam fahrende Fahrzeuge Rutschig wird es natürlich auch, wenn auf Baumalleen oder auf Straßen durch Wälder Laub liegen geblieben ist, vor allem, wenn dieses noch nass ist. Ferner muss man nicht nur im Sommer, sondern auch noch im Herbst mit Ernterückständen auf der Fahrbahn rechnen, denn die Arbeiten der Landwirte auf den Wiesen und Feldern sind in dieser Zeit meistens noch nicht abgeschlossen. Aus diesem Grunde sind natürlich auch noch langsam fahrende bzw. ein- und abbiegende Traktoren unterwegs, wodurch es im Straßenverkehr immer wieder zu gefahrenträchtigen Situationen kommt. Besonders tückisch: Solche Gefahrenstellen sind oft erst spät erkennbar und können bei Kurvenfahrt oder beim Bremsen schnell zum Verlust der Kontrolle über das eigene Fahrzeug führen.

„Passen Sie deshalb Ihre Geschwindigkeit den örtlichen Straßenverhältnissen an!“, rät die Polizei.

Motorradfahrer werden leicht übersehen
Die Sichtverhältnisse sind im Herbst deutlich ungünstiger als in der Sommerzeit und das nicht nur, weil die Tage als solches „kürzer werden“. Die in dieser Zeit tiefer stehende Sonne kann eine extreme Blendung hervorrufen, sowohl bei den Motorradfahrenden selbst, als auch bei anderen Verkehrsteilnehmern. Motorradfahrende sind für andere Verkehrsteilnehmer aufgrund ihrer schmalen Silhouette sowieso schlechter zu erkennen als zweispurige Fahrzeuge und werden deshalb immer wieder übersehen, oftmals mit sehr schweren Folgen für die Biker. Die tief stehende Sonne erhöht diese Gefahr für Biker nochmals. Deswegen der Appell: Behalten Sie dies beim Motorradfahren im Blick! Rechnen Sie immer mit den Fehlern anderer Verkehrsteilnehmer, wenn Sie sich zum Beispiel einer Kreuzung, Einmündung oder auch einem Wanderparkplatz nähern. Fahren Sie deshalb defensiv und machen Sie sich zu jeder Zeit durch entsprechende Bekleidung sichtbarer für andere Verkehrsteilnehmer!

Veränderte Dämmerungszeiten: Gefahr durch erhöhten Wildwechsel Im Herbst muss insbesondere in der Morgen- und Abenddämmerung mit einem erhöhten Wildwechsel (Futtersuche / Brunftzeit) gerechnet werden. Wenn Wild die Fahrbahn überquert, wird es für Zweiräder besonders gefährlich, da ein Sturzgeschehen mit den entsprechend schweren Folgen häufig unausweichlich ist. Seien Sie aufmerksam und passen Sie Ihre Geschwindigkeit den örtlichen Verhältnissen an! Die gefahrene Geschwindigkeit kann entscheidend sein, wenn plötzlich Wild auf die Fahrbahn läuft: Je langsamer man unterwegs ist, desto mehr Zeit verbleibt zum Reagieren. Dadurch erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, diese Situation unbeschadet zu meistern, sprich die Kollision mit dem Tier zu vermeiden.

„Die Polizei wünscht zum Saisonende hin allen noch eine gute und sichere Fahrt!“, heißt es abschließend.   Archivfoto