Balve. Der Zwischenruf bei den Worten der Sprecher bei der Fahrraddemo durch das Hönnetal auf dem Hof der Fa. Hering am Sonntagmittag machte es deutlich: „Fahrradfahrer haben keine Lobby“. Und in dieses Horn stieß auch der als „Urvater der Hönnetal-Demo“ von Günter Waschke vorgestellte Dr. Günther Reichle, der extra für diese Demonstrationsfahrt aus seiner alten Heimat angereist war. Er betonte in seiner Rede: „Wir wollen alle ohne Polizeischutz und Begleitung durch das Hönnetal fahren.“

Er zeigte sich enttäuscht, dass auch nach Jahren kein Fortschritt erzielt worden sei. „Ich hab in den Ohren die Aussagen und die Ankündigungen von Bürgermeister Mühling aus dem Jahr 2023, dass Ingenieurtechnisch die Sache gelöst sei.“ Es gehe um die Umweltverträglichkeit. „Warum geht das nicht voran?“ fragte er sich. Hier gehe es schließlich nicht um verrückte Fahrradfahrer, sondern auch um echte wirtschaftliche Interessen, die den Tourismus betreffen. Er versprach zum Abschluss unter dem Applaus der knapp 400 Radfahrer, selbst wenn er an Krücken kommen müsse, bei der Eröffnung des Radweges dabei zu sein.

„Wir alle wollen diesen Radweg“, machte André Flöper, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters der Stadt Balve, klar. Grundlegende Neuerrungen konnte er nicht mitteilen. Immerhin teilte er den Radfahrern mit, dass das Teilstück zwischen der Helle und Sanssouci in Planung sei, nachdem der Lückenschluss vom Stadtzentrum bis in die Helle vor einiger Zeit erfolgt sei. Er gab Dr. Reichle recht. Die Pläne lägen in der Schublade und könnten gemacht werden, doch leider sei das nicht so einfach in Deutschland. Die Genehmigungshürden wären sehr hoch, da das Hönnetal in einem Naturschutzgebiet läge. Auf Fachebene komme man da nicht weiter und deswegen müsse man andere Wege gehen.

„Andere Wege heißt zum Beispiel das, was heute hier zum vierten Mal passiert. Eine Demonstration durchzuführen, die zeigt, dass viele Bürgerinnen und Bürger diesen Fahrradweg haben wollen!“ Man brauche bei diesem Projekt Beharrlichkeit und Geduld. „Und dass wir nicht nur für ihn fahren, sondern tatsächlich auch auf diesem Fahrradradweg, das wünsche ich mir, und ich glaube, mein Sohn Leo wünscht sich das auch“, schloss André Flöper seine Ansprache.

Bürgermeister Volker Klüter aus Neuenrade sicherte den Städten Balve und Menden die volle Unterstützung zu, obwohl die Neuenraderinnen und Neuenrader nicht direkt betroffen sind. Man habe keinen Zug nach Menden, allein schon wegen der Gefahren einer Fahrradtour durch das Hönnetal, obwohl die Strecke ein Traum sei. „Unsere Aufgabe als Nachbarkommune ist es, Bürgermeister Hubertus Mühling dabei zu unterstützen, so gut wir es können und das das werde ich tun“, versprach er und wünschte dem Fahrradtross eine gute Rückfahrt durch das Hönnetal.   kr