Trafen sich zum Informationsaustausch: (v.l.) Annika Kabbert (Regionalmanagerin der Bürgerregion am Sorpesee), Paul Ziemiak (heimischer Bundestagsabgeordneter/CDU), Sonja Büsing (Regionalmanagerin LenneSchiene) und Hannah Kath (Regionalmanagerin HIM-Das sind wir).   Foto: LEADERsein! „Bürgerregion am Sorpesee“

Balve/Beckum. Wie europäische Fördermittel im ländlichen Raum direkt vor Ort Wirkung zeigen und unbedingt erhalten bleiben sollen, stand im Mittelpunkt eines intensiven Austauschs in Beckum. Auf Einladung der drei LEADER-Regionen „Bürgerregion am Sorpesee“, „LenneSchiene“ und „HIM – das sind wir!“ besuchte der Bundestagsabgeordnete Paul Ziemiak (CDU) die 2022 als LEADER-Projekt neu gestaltete Dorfmitte in Beckum. Der moderne Treffpunkt diente dabei nicht nur als Kulisse, sondern als Beispiel dafür, wie Gelder aus dem europäischen LEADER-Programm zielführend und bürgernah eingesetzt werden.

Im Fokus des Treffens stand die Kernfrage, wie die Zukunft von LEADER nachhaltig gesichert und gestärkt werden kann. Das Programm zeichnet sich vor allem durch seinen basisdemokratischen Ansatz aus: Nicht Behörden in Düsseldorf oder Brüssel entscheiden über die Vergabe der Mittel, sondern die Bürgerinnen und Bürger vor Ort bestimmen in den Lokalen Aktionsgruppen (LAG), welche Projekte ihre Heimat voranbringen. Ob es um die Stärkung von Gemeinschaften, die Unterstützung des Ehrenamtes oder die Schaffung von generationenübergreifenden Begegnungsorten wie in Beckum geht – LEADER macht Europa im Alltag der Menschen sichtbar und greifbar. Als unverzichtbares Bindeglied zwischen der Bevölkerung und den Behörden wurde im Dialog das Regionalmanagement hervorgehoben, das ehrenamtliche Initiativen professionell begleitet und verlässliche Hilfestellung im gesamten Prozess von der ersten Idee bis zur Realisierung eines Projektes gibt.

Angesichts der aktuellen Debatten auf EU-Ebene über die zukünftige Förderperiode, formulierten Hannah Kath (HIM-das sind wir), Sonja Büsing (LenneSchiene) und Annika Kabbert (Bürgerregion am Sorpesee) als Regionalmanagerinnen der drei LEADER-Regionen einen klaren und dringlichen Forderungskatalog für die Zukunft des Programms: Dies benötigt eine feste, zweckgebundene Budgetgarantie im kommenden mehrjährigen Finanzrahmen der EU, um finanzielle Kürzungen oder eine Aufweichung der Mittel zu verhindern. Um den kontinuierlichen Erfolg nicht zu gefährden, muss ein nahtloser Übergang zwischen den Förderperioden sichergestellt werden. So bleiben Wissen und engagierte Akteure erhalten. Die Entscheidungskompetenz muss zwingend bei den Lokalen Aktionsgruppen vor Ort verbleiben. Nur wer die Region kennt, kann die Mittel zukunftsorientiert einsetzen.

LEADER leistet einen wichtigen Beitrag zur Demokratiestärkung. Dies betont auch Paul Ziemiak in dem gemeinsamen Gespräch: „Das Ehrenamt ist das Fundament unserer Dörfer und Städte. Hier wird die Staatlichkeit vor Ort sichtbar. Wenn wir die Menschen im ländlichen Raum über eine echte Basisdemokratie einbinden, schaffen wir Projekte mit hoher Identifikation.“ Gleichzeitig sichert der Iserlohner seine Unterstützung zu, sich für das Förderprogramm im Bundestag einzusetzen und sieht dabei auch den Abbau bürokratischer Hürden als wichtige Weichenstellung für die Zukunft.

Das Treffen in Beckum hat einmal mehr unterstrichen, dass die europäische Idee dort am stärksten ist, wo sie den Alltag der Menschen positiv verändert.