Stadt Balve. Die Stadt Balve hat die wärmelokal GmbH mit der Erstellung einer umfassenden kommunalen Wärmeplanung beauftragt. Im Mai 2026 begann dieses Projekt und in den nächsten Monaten wird man herausfinden, wie die Wärmeversorgung in unserer Stadt klimaneutral, aber vor allem bezahlbar und zuverlässig gestaltet werden kann. Ziel ist eine treibhausgasneutrale Wärmeversorgung bis spätestens 2045. Dazu werden technologieoffen alle erneuerbaren Wärmequellen in den Blick genommen, die in unserer Stadt bereits zur Verfügung stehen oder in den nächsten Jahren erschlossen werden könnten: z.B. Holz, Erdwärme, Solarthermie oder industrielle Abwärme. Auch das Potenzial von Sanierungsmaßnahmen und die Zukunft der Leitungsnetze wird in die Überlegungen einbezogen.
Es ist mehr Einsatz für den Klimaschutz nötig. Gleichzeitig fühlen sich viele Menschen durch steigende Energiepreise und neue gesetzliche Regelungen zur Wärmeversorgung verunsichert.
Die Länder sind verpflichtet, sicherzustellen, dass für die Stadt- und Gemeindegebiete Wärmepläne erstellt werden. Grundlage ist das Gesetz für die Wärmeplanung und zur Dekarbonisierung der Wärmenetze (Wärmeplanungsgesetz – WPG).
Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategischer Planungsprozess, der darauf abzielt, die Wärmeversorgung der Stadt langfristig und nachhaltig zu gestalten. Konkret soll die Wärmeplanung die Frage beantworten, welche Wärmeversorgungsoption in einem bestimmten Gebiet oder Teilgebiet besonders geeignet ist. Das können individuelle Heizungen in den Gebäuden sein, aber auch Wärmenetze. Die Wärmeplanung bietet damit eine Orientierung für die zukünftige Wärmeversorgung.
Die Kommunale Wärmeplanung erfolgt in mehreren Schritten:
1. Bestandsaufnahme: Zuerst werden die Wärmeverbräuche im Stadtgebiet und die eingesetzten Energieträger (z.B. Gas, Öl, Strom) ermittelt. Auch Informationen zu den Gebäudetypen und Baualtersklassen werden gesammelt
2. Potenzialanalyse: Im zweiten Schritt wird geprüft, welche erneuerbaren Wärmequellen verfügbar sind oder technisch bzw. wirtschaftlich nutzbar gemacht werden können. Auch das Potenzial zur Reduzierung des Wärmebedarfs wird abgeschätzt.
3. Zielszenario: Anhand der gesammelten Daten und der ermittelten Potenziale wird ein Zielszenario für die zukünftige Wärmeversorgung entwickelt.
4. Strategie: Mit welchen Maßnahmen das angestrebte Zielszenario erreicht werden kann, wird abschließend im kommunalen Wärmeplan dargestellt. Der Wärmeplan wird spätestens alle fünf Jahre überprüft und bei Bedarf fortgeschrieben.
Was bringt mir die Wärmeplanung?
„Am Ende fassen wir im Wärmeplan zusammen, welche Wärmeversorgungsoptionen für die verschiedenen Bereiche des Stadtgebiets voraussichtlich geeignet sind. Der Wärmeplan bietet somit eine gute Datenbasis und Orientierung für zukünftige Investitionsentscheidungen – sei es bei Ihnen zuhause oder bei wirtschaftlichen Akteuren, die an der Wärmeversorgung unserer Stadt beteiligt sind.
Der Wärmeplan selbst hat keine rechtliche Außenwirkung und begründet keine einklagbaren Rechte oder Pflichten. Bestehende Heizungen können grundsätzlich weiter betrieben werden, soweit keine anderen gesetzlichen Anforderungen entgegenstehen. Für den Austausch oder Neueinbau einer Heizungsanlage gelten die jeweils aktuellen gesetzlichen Vorgaben.
Die Wärmeplanung ersetzt dabei nicht die gesetzlichen Vorgaben für die Wärmeversorgung von Gebäuden“, heißt es in der Pressemitteilung der Stadt. Weitere Informationen zu den aktuellen Regelungen gibt es beim Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.
Muss ich Daten liefern?
Privatpersonen müssen grundsätzlich keine individuellen Wärmeverbrauchsdaten für die kommunale Wärmeplanung bereitstellen. Das beauftragte Planungsbüro nutzt vorhandene Wärme- und Energiedaten, die beispielsweise bei Energieversorgern, Schornsteinfegern oder dem Statistischen Bundesamt vorliegen.
Gewerbetreibende werden jedoch gesondert angeschrieben und gebeten, relevante Daten zur Wärmeversorgung bereitzustellen. Dies ist notwendig, um eine verlässliche Datengrundlage für die Planung sicherzustellen.
Alle erhobenen Daten unterliegen den geltenden datenschutzrechtlichen Vorgaben. Im veröffentlichten Wärmeplan werden Daten so dargestellt, dass keine Rückschlüsse auf einzelne Gebäude oder schützenswerte betrieblich Informationen möglich sind.
Einladung zur Bürgerveranstaltung in der nächsten USB-Sitzung
Im Rahmen dieses Projekts sind die Bürgerinnen und Bürger eingeladen, sich aktiv an der Planung zu beteiligen. Die Stadt Balve veranstaltet im Zuge der nächsten Sitzung des Ausschuss „Umwelt, Stadtentwicklung, Bau“ am Dienstag, 24. November, eine Informationsveranstaltung, bei der die Ziele der kommunalen Wärmeplanung vorgestellt und erste Ergebnisse präsentiert werden. Diese Veranstaltung bietet eine ideale Gelegenheit, Fragen zu stellen, Anregungen zu geben und sich über die nächsten Schritte im Verlauf der kommunalen Wärmeplanung zu informieren.
Die Veranstaltung findet im Rathaus der Stadt Balve, Widukindplatz 1, um 18 Uhr, statt. „Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme und Ihr Engagement für eine klimafreundliche Zukunft unserer Stadt“, heißt es abschließend.


