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Balve/Neuenrade. (R.E.) An der Städtischen Realschule Balve, die von fast 500 Kindern und Jugendlichen aus Balve und Neuenrade besucht wird, geht ebenso wie an anderen Schulen nach wie vor die Angst um, dass Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler mit dem Corona-Virus infiziert werden und Schulklassen oder gar die gesamte Schule in Quarantäne geschickt werden müssen. Denn für Rektorin Nina Fröhling gibt es keinen gleichwertigen Ersatz für den Präsenzunterricht, zumal es die Stadt Balve bis heute nicht geschafft hat, alle bedürftigen Kinder mit I-Pads auszustatten. Sie wären durch ein abermaliges Home-Schooling besonders stark benachteiligt. Nicht zuletzt aus diesem Grunde freut sich die Rektorin darüber, dass alle Lehrerinnen, Lehrer, Schülerinnen und Schüler klaglos während des gesamten Unterrichts ihren Mund-/Nasenschutz tragen. Das hält ein Mitarbeiter der Deutschen Post nicht für erforderlich und sorgt deshalb für riesige Verärgerung an der Städtischen Realschule Balve.

Während Lehrkräfte und Kinder ohne zu murren die Mund/Nasenmasken tragen, ist Fröhling erzürnt darüber, dass der Zusteller von der Deutschen Post dem Beispiel der Kinder und Lehrkräften nicht folgt. Am 16. November brachte er Post und Päckchen ohne Mund-/Nasen-Schutz zur Realschule. Er überquerte das Schulgelände, ging im Eingangsbereich an dem ersten Hinweisschild vorbei und betrat das Sekretariat, wo das zweite Hinweisschild auf das Masketragen nicht zu übersehen war. Im Sekretariat wurde er von Schulsekretärin Siegert auf die Verpflichtung zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung hingewiesen. Einen Tag später kam derselbe Zusteller erneut ohne Maske und erhielt daraufhin einen deutlicheren Hinweis auf die Maskenpflicht an Schulen.

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Die Folge: Am 18. November stellte er der Realschule die Päckchen nicht mehr zu. Auf den Benachrichtigungszettel kreuzte er an, es sei niemand anzutreffen gewesen, und das am Vormittag. Am 20. November passierte dasselbe noch einmal. Mächtig verärgert beschwerte sich die Rektorin bei der Post über das Beschwerde-Formular, weil sie in ihrer Verantwortung für rund 500 Kinder, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Realschule eine Gefahr für die Schulgemeinschaft durch das Verhalten des Zustellers sieht.

„Erstaunt war ich, dass die Post mir neben allgemeinen Standard-Floskeln schrieb, bei der Post herrsche keine generelle Verpflichtung zum Tragen einer Alltagsmaske. Noch mehr erstaunte mich, dass die Post keine Kenntnis über Rechtsvorgaben hat, die an allen Schulen in NRW sowie in allen öffentlichen Gebäuden vorherrschen. Außerdem frage ich mich, ob wir unsere Päckchen jetzt immer von der Post abholen müssen, weil der Zusteller seine Maske verweigert“, sagte die Rektorin im Gespräch mit unserer Zeitung.

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Ob es wirklich so sein wird, dass sich der Zusteller weiterhin weigern kann, einen Mund-/Nasenschutz zu tragen, wenn er in eine Schule geht, darüber will die Deutsche Post unsere Redaktion am Montagmittag in Kenntnis setzen. Das versicherte uns Achim Gahr, Leiter der Pressestelle Deutsche Post DHL Group in Düsseldorf. Es deutet aber schon jetzt vieles darauf hin, dass der Zusteller selbstherrlich entschieden hat, dass er keine Mund-/Nasen-Bedeckung tragen muss in einer Schule.

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