Balve. Der Markant-Markt am Drostenplatz ist vorübergehend geschlossen. Große Container davor zeugen davon, dass hier ein Umbau geschieht. Die HÖNNE-ZEITUNG fragte bei Alexander Jedowski (Foto) nach, was es mit dem Umbau konkret auf sich hat.
Herr Jedowski, seit wann gibt es den Markant in Balve?
Den Markt gibt es in Balve seit 2003.
Wird er schon immer von der Familie Jedowski betrieben?
Die Immobilie wurde seinerzeit von der Firma Planbau GmbH erbaut und an Firma Bremke und Hörster verpachtet. Ein Lebensmittelunternehmen, welches den Markt zunächst als A & O und später als CombiMarkt betrieben hat. Unsere Metzgerei Theke und die Bäckerei-Theke von Grote waren jeweils unterverpachtet.
Wie kam es seinerzeit zu dem Entschluss, als Metzgereibetrieb das Kerngeschäft zu verlassen und einen Lebensmittelmarkt zu betreiben?
Die Firma Bremke und Hörster hat Ihren Geschäftsbetrieb beendet und der Markt brauchte einen neuen Betreiber. Um den Lebensmittelmarkt im Ortskern und unsere Fleischfiliale zu erhalten, entschieden wir uns seinerzeit, den Lebensmittelbereich zu übernehmen und weiterzubetreiben
Wie grenzen Sie sich von der Konkurrenz „auf der grünen Wiese“, sprich von den Discountern ab?
Als Allererstes natürlich durch Nahversorgung. Aber auch durch einen Lebensmittelladen mit unseren handwerklichen, regionalen Metzgerei und Bäckereiangeboten. Auch dadurch, dass auf kleiner Fläche alles zu bekommen ist, was man wirklich benötigt – so sagen es zumindest unsere Kunden. Ich denke, bei immer wachsenden Verkaufsflächen in den Supermärkten und Discountern ist auch die Attraktivität unseres verhältnismäßig kleinen, überschaubaren Marktes gestiegen. Da fühlen manche Kunden sich „wohler“. Und natürlich durch freundliches, immer ansprechbares Personal. In dem heutzutage oft unpersönlichen Umfeld fühlt man sich bei uns ein wenig „zu Hause“.
Im Verhältnis zu Lidl, Netto, Rewe und Co. ist ihr Laden flächenmäßig eher klein. Wo liegen die Herausforderungen beim Betrieb eines solchen Geschäfts mit so starkem Wettbewerb?
Viele Kunden nutzen die kleinen Märkte als „Notnagel“. Der große Einkauf wird in den Lebensmittelläden und Discountern getätigt.
Nur für zwischendurch oder wenn etwas vergessen wurde wird dann der Lebensmittelladen vor Ort genutzt. Dazu noch, dass das, wenn auch vollständige Sortiment, trotzdem in der Sortenvielfalt eingeschränkter ist. Da fehlen dann die Umsätze pro Kunde. Das ist sicherlich verständlich, macht es im Ergebnis aber nicht immer einfach.
Mit der Renovierung des Marktes investieren Sie in den Standort Balve. Bedeutet das, dass Ihre Kunden auch langfristig darauf bauen können, dass es dieses Nahversorgungsangebot in der Innenstadt gibt?
Wenn man auf die erste Phase des Markant-Marktes von 2003 bis heute zurückschaut, sind das gute 20 Jahre. Unsere Kunden können davon ausgehen, dass wir zunächst die gleiche Zeitspanne anpeilen. Zumindest ist das unser erklärtes Ziel.
Wie muss Ihrer Ansicht nach ein kleiner Lebensmittelladen in Innenstadtlage aufgestellt sein, um für die Kundschaft attraktiv zu sein?
Möglichst breites Sortiment, Alleinstellungsmerkmale durch Artikel und Produkte, regionale Lebensmittel. Hier seien neben der Metzgerei und Bäckerei zum Beispiel auch noch die Kartoffeln von Gödde oder Eier von Rahlenbeck (Kalthof) erwähnt.
Welche Klientel kauft bei Ihnen ein?
In erster Linie alle die Kunden, welche auf unser Sortiment und Angebot wert legen. Und dies in allen Altersklassen. Natürlich spielt auch der Lokalpatriotismus bei vielen Kunden eine Rolle. Dafür ein großes „Dankeschön“ an dieser Stelle.
Wieso haben Sie sich entschlossen, nach vielen Jahren der Zusammenarbeit den Lieferanten zu wechseln?
Das war eine strategische Entscheidung, um die Attraktivität und den Bekanntheitsgrad der angebotenen Produkte zu erhöhen.
Mit dem Lieferantenwechsel von Bünting zu Lüning geht auch ein Sortimentswechsel einher. Was erwartet die Kunden künftig am Drostenplatz? Was kommt hinzu auf was müssen sie verzichten?
Wir bekommen Edeka Produkte. Dafür musste man von Balve aus bisher schon eine ganze Weile fahren. Verzichten müssen unsere Kunden auf klassische Bünting-Produkte, wie zum Beispiel Küstengold und Jeden Tag. Dafür gibt es dann aber nun die Edeka-Eigenmarken „Gut&Günstig“ und „Herzstücke“.
Herr Jedowski, wir danken Ihnen für das Gespräch.
—
Das Interview führte Daniel Pütz per E-Mail.






