Altenaffeln. Große Freude in der Offenen Ganztagsschule: Die Einrichtung ist jetzt offiziell als „Haus der kleinen Forscher“ zertifiziert worden. Die Auszeichnung wird von der Stiftung Kinder Forschen vergeben und würdigt Einrichtungen, die Kinder besonders intensiv beim Entdecken, Experimentieren und Forschen begleiten.
Den Anstoß für die Bewerbung gab Laura Vierhaus, die seit August 2024 im Team der OGS Altenaffeln arbeitet. Bereits während ihrer Ausbildung zur Erzieherin hatte sie von der Initiative der Stiftung erfahren. Das Thema faszinierte sie sofort. In einer Teamsitzung brachte sie schließlich die Idee ein, eine entsprechende Forscher-AG anzubieten – mit Erfolg, denn auch im Kollegenkreis stieß sie auf Begeisterung.
„Ich habe schnell gemerkt, dass das Thema sehr umfangreich ist“, erinnert sich Vierhaus. Über Online-Angebote der Stiftung begann sie, sich weiterzubilden. Ihre erste Fortbildung trug den Titel „MINT ist überall“. MINT steht für die Fachbereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Im Februar 2025 startete schließlich die erste Forscher-AG in der OGS.
Die AG beschäftigte sich mit den vier Elementen und umfasste zunächst acht Einheiten. Alle Schritte wurden sorgfältig dokumentiert – mit Fotos, Protokollen und regelmäßigen Reflexionsrunden im Team. Eine wichtige Erkenntnis aus dieser ersten Phase: Acht Termine waren für die vielen Ideen und Fragen der Kinder viel zu kurz.
Die Begeisterung der Kinder bestätigte Laura Vierhaus in ihrem Engagement. Schon in den Herbstferien bot sie ein erstes Forscherprojekt in Neuenrade an der Burgschule an. „Die Kinder waren überall unglaublich begeistert“, berichtet sie.
Zum Beginn des neuen Schuljahres stand für die Erzieherin fest: Das Forschen sollte nicht nur Teil einer AG sein, sondern im Alltag der OGS verankert werden. Seitdem gibt es jede Woche ein neues Forscherthema, das auf einem Plakat angekündigt wird. Ein besonderer Baustein ist inzwischen auch der sogenannte Forscherschrank. Ein vorhandener Schrank wurde gemeinsam mit den Kindern abgeschliffen und neu gestrichen. Nach und nach wurde er mit Materialien gefüllt – unter anderem mit Laborkitteln, Schutzbrillen und einem Mikroskop.
Möglich wurde dies auch durch Spenden – vom Unternehmen Wendland in finanzieller Form und das Kollegium und Eltern unterstützen mit Sachspenden.
Mit wachsender Erfahrung konnte Laura Vierhaus immer mehr Anforderungen der Zertifizierung erfüllen. Dazu gehörten umfangreiche Dokumentationen, pädagogische Konzepte und Praxisberichte. Im November 2025 kam schließlich die Nachricht: Die OGS Altenaffeln wird zertifiziert.
Der Moment, in dem sie die Nachricht auf der Internetseite der Stiftung Kinder Forschen sah, war für Vierhaus sehr emotional. „Die Seite hat Konfetti regnen lassen und ich habe mich riesig gefreut“, erzählt sie. Auch OGS-Leiterin Kerstin Braselmann würdigt das Engagement ihrer Kollegin. „Man merkt sofort, dass das Lauras Herzensprojekt ist“, sagt sie.
Inzwischen hat sie sechs Online-Fortbildungen und zwei Präsenzseminare besucht, um das Angebot weiterzuentwickeln. Die Zertifizierung gilt zunächst bis 2027. Dann steht eine Rezertifizierung an. Die Kinder profitieren besonders von dem praxisnahen Ansatz. Sie dürfen experimentieren, ausprobieren und eigenen Fragen nachgehen – ganz praktisch und mit allen Sinnen. Auch das Team wird in die Projekte eingebunden und unterstützt die Umsetzung im Alltag. „Ohne die große Hilfe meiner Kolleginnen hätte sich das alles niemals so entwickeln können“, unterstreicht Laura Vierhaus.
Mit der Zertifizierung gehört die OGS Altenaffeln nun zu mehr als 6.500 ausgezeichneten Einrichtungen deutschlandweit. Zusätzlich erhält die Einrichtung künftig das Forschungsmagazin „Echt jetzt?“ und einen Zertifizierungszuschuss in Höhe von 200 Euro für weitere Materialien vom Kreis Junger Unternehmer Iserlohn, einem der Netzwerkpartner der Stiftung Kinder Forschen.
Ein nächster Höhepunkt steht bereits bevor: Für den 29. Mai ist ein Forschertag geplant, bei dem die Plakette offiziell übergeben wird. Die Kinder der OGS dürfen dann mit ihren Eltern an zehn verschiedenen Experimentierstationen nach Herzenslust entdecken und forschen.




