Menden. (P.B.) Auch die Mitarbeiter im Mendener Rathaus mussten wegen der Coronakrise ab März ihre Arbeitsabläufe umstrukturieren, dadurch gewann das Homeoffice plötzlich an Bedeutung. Dass durch die Pandemie Alltagsprobleme auf die lange Bank geschoben wurden, ist nachvollziebar. Auch wenn der Fokus lange Zeit auf anderen Gebieten lag, so sind die Herausforderungen dennoch nicht vergessen. Der 1. Beigeordnete und Bürgermeister-Kandidat Sebastian Arlt weiß, dass die Bürgerinnen und Bürger Antworten erwarten.

Der 1. Beigeordnete beobachtet, dass das Fahrrad in all seinen Varianten, vom E-Bike bis zum Pedelec, enorm an Bedeutung gewinnt. Deshalb: „Menden hat schöne und attraktive Seiten. Diese müssen wir noch besser nutzen und touristisch vermarkten. Dazu gehört für mich eine bessere Anbindung an überregionale Fahrradwege, zum Beispiel im Hönne- oder Biebertal. Der innerstädtische Ausbau der Fahrradwege soll voranschreiten. Aktuell denke ich an die Vollendung der Strecke zwischen Halingen und Holzen entlang der B 515. Außerdem an eine Verbindung zwischen der Innenstadt und Oesbern entlang des Hexenteiches. Ich werde mich zudem für die Schaffung eines Fahrradübungsplatzes einsetzen.“

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Natürlich werden auch alte „Rucksäcke“ nicht aus den Augen verloren. Etwa das vor langer Zeit angedachte Nordwall-Center, wo zwar der Parkplatz zurzeit hervorragend angenommen wird, das aber ganz anderes Potential bietet. Dies sieht Arlt genauso: „Die Entwicklung des Nordwalls muss eine Stärkung und Belebung unserer Innenstadt erzeugen. Attraktiver Einzelhandel mit modernen Parkmöglichkeiten sowie innerstädtische Wohnungen werden die gewünschten Impulse am stärksten liefern. Gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern werden wir das Gebiet entwickeln. Bei der Planung sind das ehemalige Parkhaus, das Dieler-Gebäude und die umliegenden Grundstücke einzubeziehen.“

Ein weiteres heißes Aufgabengebiet verschweigt der Beigeordnete im Gespräch ebenfalls nicht: Das Bürgerhaus steht bei ihm weit oben auf dem Zettel: „Aufgrund des erfolgreichen Bürgerbegehrens arbeiten wir gemeinsam mit der Bürgerinitiative an der Realisierung. Das Projekt ist sehr ambitioniert, weil bis zum 30. September ein Förderantrag bei der Bezirksregierung gestellt werden muss.“ Noch fehlen umfassende Pläne und die Kosten-Kalkulation. Arlt: „Insbesondere bemühen wir uns, die Vorstellungen der Bürgerinitiative zu integrieren. Dabei hat Corona leider für spürbare Verzögerung gesorgt. Und so müssen wir uns noch stärker ins Zeug legen. Ich bin optimistisch, dass wir den Termin halten.“

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Etwas treibt die Mendenerinnen und Mendener regelmäßig zur Weißglut: Die Straßenausbaubeiträge nach dem Kommunalabgabengesetz. Kaum ein Bundesland erhebt diese Gelder noch, NRW aber schon. Dass die Bürger mehr als sauer sind, weiß Sebastian Arlt. „Die Erhebung von Ausbaubeiträgen für die Erneuerung von Straßen gehört naturgemäß zu den konfliktträchtigen Aufgaben. Deshalb hätte ich mir persönlich gewünscht, dass diese Ausbaubeiträge durch eine andere Landesfinanzierung ersetzt worden wären. Zum Glück beinhaltet die Gesetzesänderung einige Erleichterungen. Und diese Erleichterung wenden wir im Rathaus so umfassend wie möglich an. Außerdem suchen wir bei anstehenden Ausbauprojekten frühzeitig den Dialog mit den Anliegern. Denn wir haben den Anspruch an uns selbst, den Ausbau im Sinne eines Miteinanders gemeinsam zu gestalten.“