Neuenrade/L.A. (R.E.) „Mein Leben lang hat mir das Arbeiten Spaß gemacht. Deshalb mache ich auch weiter. Noch bin ich innerlich nicht dazu bereit, zu Hause zu bleiben. Ohne meine geliebte Arbeit in der Firma Klinke in Neuenrade fehlt mir was. Zudem sind mein Chef, Alexander Klinke, und ich ,Zwei wie Pech und Schwefel´“, sagt Leonardo de Luca (68) mit Blick auf den Film mit den Hauptdarstellern Bud Spencer und Terence Hill – aber vor allem auf sein 50-jähriges Arbeitsjubiläum schauend, das er am 8. Juli feierte. Gemeinsam mit Unternehmer Alexander Klinke ließ der Jubilar bei einem Essen im „Kaisergarten“ die 50 Jahre in seiner „geliebten Firma“ Revue passieren.

Beim Blick in den Rückspiegel stellte sich heraus, dass der Jubilar „Aldo“ de Luca bisher mehr als eine Milliarde Drehteile fertigte, und zwar in einer der vielseitigsten und modernsten Präzisionsdrehereien Europas, die von der Südwestfälischen Industrie- und Handelskammer zu Hagen als Weltmarktführer anerkannt wurde.

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Dass er vor 50 Jahren als Zerspanungsmechaniker (Drehautomat) seine Arbeit in der Firma Klinke aufnehmen konnte, ist der Kooperation zwischen seinem Vater Serefino und dem damaligen Firmen-Chef Klaus Klinke (+) geschuldet. Sein Vater Serefino war bereits 1963 als Gastarbeiter aus Italien nach Neuenrade gekommen und arbeitete beim Tiefbauunternehmen Maibaum. Als sieben Jahre später auch die Mama mit den sechs Kindern aus dem Süden Europas ins Sauerland wechselte, gab es ein Problem. Die 8-köpfige Familie fand keine Wohnung. Vollblutunternehmer Klaus Klinke wusste, wie das Problem zu lösen ist, damit beide Parteien profitieren. Er ließ Serefino de Luca wissen, dass er eine Wohnung in der Innenstadt von Neuenrade für die Großfamilie zur Verfügung stellt, wenn Vater und Sohn, der als 18-jähriger Dreher mit Fachabitur nach Neuenrade gekommen war, in seiner Firma arbeiten würden.

„Heute muss ich sagen, was Besseres hätte unserer Familie gar nicht passieren können. Denn in diesem Unternehmen zu arbeiten, macht einfach Spaß. Deshalb arbeite ich auch als Rentner weiter. Nicht zuletzt deshalb, weil ich durch meinen Chef, ebenso wie alle anderen, große Wertschätzung erfahre. Er kümmert sich um seine Belegschaft. Jeden Tag geht er durch den Betrieb und ist somit Ansprechpartner für die 200 Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter“, sagt der Mann, der zumindest bis 2022 weiter arbeiten wird. „Ich habe das 125- sowie das 150-jährige Firmenjubiläum mitgefeiert und will auch beim 175-Jährigen dabei sein“, strahlt Aldo de Luca, als wir beiden in Langenholthausen an seinem Fischteich sitzen und über Gott und die Welt plaudern.

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Wie es nach dem Jubiläum in zwei Jahren weiter geht mit dem Mitarbeiter, der laut Alexander Klinke (BILD) nicht nur am längsten in der Firma ist, sondern auch einer der besten ist, „darüber werde ich mit meinem Chef verhandeln“, sagt Aldo de Luca schmunzelnd.

Hintergrund: Firma Julius Klinke
Die Firma Julius Klinke wurde im Jahre 1847 gegründet und ist ein Familienunternehmen in fünfter Generation in Neuenrade im Sauerland. Industrielle Produktion hat hier eine lange Tradition. Seit Generationen sind die Menschen gewohnt, mit Zuverlässigkeit und Kontinuität ihre Arbeit zu leisten.
So schufen erstklassige Mitarbeiter, die sich mit dem Unternehmen und der Region verbunden fühlen, eine der modernsten und vielseitigsten Präzisionsdrehereien Europas. Heute, zu Beginn des 3. Jahrtausends, sichern ständige und konsequente Investitionen in modernste Technologien die Voraussetzungen für eine Produktion auf höchstem qualitativen und wirtschaftlichen Niveau. Dies führte 2018 zur Anerkennung als offizieller Weltmarktführer durch die Südwestfälische Industrie- und Handelskammer zu Hagen.
200 qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der große und vielseitige Maschinenpark garantieren ein Maximum an Effizienz und ein Höchstmaß an Flexibilität. Für das Unternehmen Julius Klinke steht der Kunde im Mittelpunkt. Er ist Sinn und Zweck des Daseins.

 

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