Die Dudelsackspieler begeisterten wieder das Publikum in der Balver Höhle mit ihrem kraftvollen Spiel. Fotos: Henry Esland
Balve/Helle. In den vergangenen drei Tagen war die Balver Höhle wieder erfüllt mit irischer Musik. Bereits zum 23. Mal zog das Irish-Folk-Festival die Besucher in ihren Bann.
Auf zwei Bühnen traten insgesamt 13 verschiedene Bands auf, die innerhalb ihrer Genres der irischen und keltischen Musik sehr viel Varianz gezeigt haben. Neben vielen deutschen Bands, die von irischer Musik inspiriert worden sind, kamen auch irische Gruppen den weiten Weg nach Balve und bereicherten das Festival mit ihrer musikalischen Authentizität.
Ein Beispiel dafür sind die Atlanders, welche dem traditionellen Irish Folk mit ihrer flotten und dynamischen Spielweise am Samstagabend einen modernen Anstrich verpassten. Auch die Hagener Band The Ceili Family konnte mit ihrem punkigen Ansatz das Publikum in Stimmung versetzen. Orchestrale Musik gab es ebenfalls und wurde unter anderem von den 1st Sauerländer Pipes und Drums geliefert, die mit ihren basslastigen Dudelsack-Kompositionen die Höhle ins Beben brachten.
Den Abschluss haben schließlich die rockigen The Porter Bellys gemacht, welche zu den beliebtesten Musikern des Genres gehören und für ein fulminantes Ende sorgten.
Das Line-up dieses Jahr konnte also vollends überzeugen und bereits jetzt stehen einige Bands und Künstler für das 24. Irish Folk-Festival im kommenden Jahr fest.
Wem die Musik noch nicht irisch genug war, der konnte dazu noch verschiedenste irische alkoholische Getränke probieren – allen voran natürlich das beliebte Guinness oder das traditionelle „Fish & Chips“-Gericht, welche für das Irish Folk absolut unerlässlich sind. Ganz klischeehaft konnte man sich auch Schiebermützen und Kilts kaufen für das irische Rundum-Paket.
Rund 2.400 Gäste besuchten dieses Wochenende die Balver Höhle, was zwar etwas schwächer als im Vorjahr, aber insgesamt recht solide ist. Dass das Irish Folk so beliebt und vor allem beständig ist, trotz der speziellen Nische, in der es sich befindet, erklärt Festspielvereinsvorsitzender Lukas Koch mit der hohen Qualität der Acts und der Höhle als einzigartigen Musikort.
Diese Einzigartigkeit kostet allerdings auch seinen Preis. Durch die fehlende Grundausstattung, sowie dem Besucher- und Platzlimits der Höhle schießen die Aufbaukosten schnell in die Höhe. Ob sich das Event überhaupt rentiert hängt daher stark von der Gastronomie ab, doch der Festspielverein nimmt zur Not auch kleine finanzielle Verluste in Kauf, um den Erhalt des Irish Folks zu gewährleisten.
An den glücklich tanzenden und singenden Besuchern lässt sich ablesen, dass sich dieser Ehrgeiz auch in diesem Jahr wieder gelohnt hat. HE