Die Babylonier nutzten Tontafeln für eine schriftliche Mitteilung, im alten Ägypten war es Papyrus, Römer und Griechen nutzten mit Wachs beschichtete Holztafeln. Erst später folgte der Brief, wie wir ihn kennen, bevor die E-Mail ihren Siegeszug antrat. Doch eins ist gewiss, zu allen Zeiten wurden von den Verfassern die Mitteilungen an einen Empfänger geschrieben und so lange das der Fall ist, handelt es sich auch um einen Brief.

Für den Bürgermeister und die CDU-Fraktion scheint das so nicht der Fall zu sein. Denn sonst hätten sie nicht behauptet, ein Brief sei im Rathaus nicht angekommen. Besser wäre gewesen, sie hätten gesagt, der Bürgermeister hat keine Mitteilung erhalten. Das will ich gut und gerne glauben, dass der Sachbearbeiter diesen brisanten Brief nicht weiter geleitet hat, obwohl er es hätte vielleicht tun müssen. Aber andrerseits stellt sich natürlich auch die Frage, wenn die Bezirksregierung die Angelegenheit für so wichtig erachtet hätte, warum steht der Bürgermeister nicht zumindest in Kopie, oder noch besser, warum war die E-Mail nicht direkt an ihn gerichtet?

Der Schwarze Peter wurde nun zuerst einmal von Hubertus Mühling wieder zurück an Lorenz Schnadt geschoben. Dieser wird sicherlich die Sache so nicht ruhen lassen. Eine bessere Wortwahl, Mitteilung anstatt Brief, wäre in diesem Fall sicherlich besser gewesen. Aber dieser kleine Unterschied hätte in der öffentlichen Sitzung und der CDU-Stellungnahme auch Eingang finden können, ja müssen, bevor der Eindruck entstand, dass die gemachten Vorwürfe völlig aus der Luft gegriffen waren.   Roland Krahl 

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