Mit einem schauspielerischen Talent wurden die Geduld und die Gruseltoleranz der Kinder auf die Probe gestellt.  Fotos: Aleksandra Mösta

Wocklum. Wenn die Tage kürzer werden und die Fensterbänke sich langsam mit geschnitzten Kürbissen füllen, wächst bei vielen Kindern die Vorfreude auf Halloween. Doch um den großen Trubel am 31. Oktober zu umgehen und Überschneidungen mit anderen Veranstaltungen in der Region zu vermeiden, hat sich bei der Luisenhütte in Wocklum eine eigene Tradition etabliert: Hier wird das Gruselfest ein Wochenende vorverlegt.

Dass dieses Konzept aufgeht, zeigt sich Jahr für Jahr an den steigenden Teilnehmerzahlen. Obwohl das Kinderhalloween im historischen Industriedenkmal bereits seit mehr als zehn Jahren stattfindet, entdecken viele Familien diese traditionelle Fete erst jetzt für sich. In diesem Jahr folgten 85 Mädchen und Jungen der Einladung des Märkischen Kreises und der Träger des Museums.

Um allen Altersgruppen gerecht zu werden, teilten die Veranstalter die Acht- bis Elfjährigen erstmals in verschiedene Teams von jeweils etwa 28 Gleichaltrigen auf. So durchliefen die Gruppen nacheinander verschiedene Stationen auf dem Gelände. Während ein Teil der Kinder bei einer Schnitzeljagd und traditionellen Spielen wie Eierlaufen sein Geschick unter Beweis stellte, widmeten sich andere in einer Kreativwerkstatt dem Basteln von Traumfängern.

Ein besonderes Highlight war der Horrorparcour im Inneren des Museums. Insgesamt 15 Helferinnen und Helfer schlüpften in Rollen und führten ein interaktives Theaterstück auf, bei dem die Kinder aktiv mitwirken konnten. Ganz beiläufig lernten sie dabei auch die historischen Räumlichkeiten kennen. Um die Dramaturgie anzupassen, besichtigten die jüngsten Teilnehmer das Museum noch bei Tageslicht, während die Ältesten den Parcour erst bei einbrechender Dunkelheit absolvierten.

Neben so viel Aktivität bot die eingerichtete „Horrorbar“ Gelegenheit zur Stärkung. Zwischen den einzelnen Programmpunkten konnten sich die jungen Gäste mit Würstchen im Brötchen, Snacks und Getränken versorgen. Die Herausforderungen des Nachmittags meisterten die Kinder dabei völlig eigenständig und ohne die Begleitung ihrer Eltern.

Den Abschluss des Programms bildete eine gemeinsame Wanderung zum nahegelegenen Stollen. Dort galt es symbolisch einen Fluch zu brechen, damit alle Beteiligten beruhigt den Heimweg antreten konnten.

Für die Luisenhütte markierte die Veranstaltung zugleich den Saisonschluss: Nach dem Halloween-Wochenende schließt das Museum seine Pforten und geht bis zum kommenden Mai in die Winterpause. AM