Bürgermeister Hubertus Mühling informiert die zahlreich erschienen Interessenten ausführlichst über das Geschehen in Balve. Fotos: Aleksandra Mösta
Langenholthausen. Am Sonntagnachmittag, trafen zahlreiche Holter und Holterinnen, sowie Interessenten aus der Region, bereits zum neunten Mal zum Neujahrstreff in der Sokola.de aufeinander. Bei Schnittchen, Kaffee und einem vielfältigen Kuchenbuffet, konnten die Gäste es sich gut gehen lassen, während Michael Grote, Vorstandsmitglied der Sokola.de, Ortsvorsteher Klaus Sauer und Bürgermeister Hubertus Mühling, ausführlich über das Geschehen rund um Balve, und besonders auch in Langenholthausen berichteten.
Mit 70 barrierefrei belegbaren Plätzen, einem Abhol- und Bringdienst, sowie einem Spielangebot für Kinder, wollten die 14 ehrenamtlichen Mitglieder der Sokola.de sicherstellen, dass möglichst viele die Möglichkeit hatten, diese „Bürgersprechstunde“ wahrzunehmen. Da trotz des eisigen Wetters nahezu alle Plätze belegt waren, war der Vorstand auch sehr zufrieden mit der Auslastung.
Zu Beginn hielt Michael Grote eine umfassende Rede, worin er über das vergangene Jahr in Langenholthausen berichtet. Einerseits verabschiedete Elisabeth Lazer beim letzten Lesecafé im vergangenen Jahr ihren Posten im Beirat, um sich dem Ruhestand zu widmen. Nachfolgend darf die Sokola.de sich nun auf eine kooperative Zusammenarbeit mit Agnes Sauer freuen. Des Weiteren konnte der Verein der Sokola.de sich, durch erfolgreiche Veranstaltungen im vergangenen Jahr, 60 neue Stühle anschaffen, welche das Beisammensein angenehmer machen. Im März wurden diese dann direkt eingeweiht, als GoodWood 120 Teilnehmer in das Bäckerdorf lockte und zu einem schönen Abend beitrug. Im November sorgte dann das Büchereck Balve für ein volles Haus, als wieder rund 120 Besucher ihren Weg nach Langenholthausen fanden, um der Vorlesung des Krimiautoren Andreas Winkelmann zu lauschen.
Im Zuge dessen betont Vorstandsmitglied Michael Grote auch, dass der Verein sich mit der Nutzung der Räumlichkeiten in der Sokola.de sehr zufrieden schätzt. Die verschiedenen Eingänge am Gebäude, ermöglichen es mehrere Aktivitäten parallel zueinander stattfinden zu lassen, was die Auslastung des Gebäudes vorantreibt. Um weiterhin Flexibilität aufzuweisen, mussten im vergangenen Jahr sogar zusätzliche Schlüssel angefertigt werden. Dies ist ein erstaunliches Ergebnis, wenn bedacht wird, dass die Mietpreise seit 2019 unverändert blieben. Allerdings wird sich das künftig ändern. Aufgrund der ständigen Erhöhungen der allgemeinen Kosten, muss der Verein nun auch 2.50 Euro, pro Stunde, mehr von den Dauernutzern verlangen.
Doch dies bleibt nicht der einzige Ausblick in die Zukunft. Michael Grote lud die Interessenten sofort zu künftigen Veranstaltungen ein und gab Termine preis.
Am 24. Januar besuchen die mörderischen Sauerländer die Sokola.de, um ab 19.30 Uhr ein spannendes Krimi-Programm vorzustellen, welches sich mit dem Kommissar Reiner Zufall auseinandersetzt. Die Eintrittskarten dazu, können nun für 10 Euro erworben werden – und das zu einem guten Zweck. Die gesamten Einnahmen werden an den gemeinnützigen Verein „Reiten für Menschen mit oder ohne Beeinträchtigung LA“ gespendet. Außerdem wird am 13. März, ab 19 Uhr zur Generalversammlung eingeladen. Diese soll die Gästen unter anderem ausführlich durch das Jahr 2025 in dem Balver Dorf führen.
Auch wenn dies noch weit voraus ist, lädt Michael Grote auch zum Martinsumzug am 11. November ein. Die Gemeinschaft entschied sich nämlich dazu diesen Termin beizubehalten, auch wenn er an einem Wochentag stattfinden wird.
Nach diesem groben Überblick, wurde das Wort an Klaus Sauer übergeben. Dieser präsentiert sich nicht nur als sehr glücklich über die Kommunalwahlen im September, bei denen er zum Ratsmitglied gewählt wurde, sondern auch der Aufgabe als Ortsvorsteher geht er mit Leidenschaft nach. Unter seinem Einfluss hat sich in Langenholthausen auch so einiges bewegt. Es wurde im vergangenen Jahr nämlich nicht nur ein Beitrag über die Gefahren am Telefon für alle Interessenten vorgetragen, sondern auch die Resonanz bei dem Holthauser Sternsingen kann sich sehen lassen – 25 Kinder zogen freiwillig von Tür zu Tür und leisteten einen Beitrag für die Gemeinschaft. Nicht zuletzt wird auch die Arbeit rund um den Sommer im Bäckerdorf sehr geschätzt. Bereits seit vielen Jahren, pflegen einige Holterinnen den Blumenschmuck, welcher das Dorf an den warmen Tagen aufblühen lässt. Auch der örtliche Kegelclub beteiligt sich jährlich mit dem Anbringen und Abhängen der Blumenkästen. Doch nicht nur im Sommer steht eine Pflege an, sondern das ganze Jahr über treffen die Holter sich, um kleine, aber auch umfangreiche Pflege-Arbeiten vorzunehmen und den Glanz und die Sauberkeit des Dorfes zu wahren. Somit bleibt beispielsweise die Hecke des Friedhofes immer frisch geschnitten und gepflegt. Auch in Zukunft soll die Gemeinschaft des Dorfes bestehen bleiben, indem beispielsweise die Langenholthauser Frauen den Schützenvogel für die Herren bauen und herrichten.
Trotz, dass aufgrund des demographischen Wandels anstatt 894 nur noch 884 Bürgerinnen und Bürger in Langenholthausen leben, lobt Klaus Sauer dieses Gemeinschaftsgefühl, auch im kleineren Kreis. Er lobt die Gemeinde: „Der Zusammenhalt ist das, was unser Dorf ausmacht. Allein ist man gar nichts, aber zusammen kann man viel erreichen.“
Doch aufgrund der aktuellen wirtschaftlichen Lage, muss er sich auch eingestehen, dass die nächsten Jahre vermutlich einige Hürden mit sich bringen werden. Dementsprechend sollen wichtige Themen auch in Zukunft nicht gescheut werden, um unter anderem auch Investitionsstaue zu verhindern. Um dies richtig anzugehen und auch kleine Aufgaben nicht aufzuschieben, wird im Frühjahr die Bordsteinkante gegenüber des Mühlenteichs abgesenkt und somit barrierefrei.
Um die weiteren Vorgehen rund um Balve anzukündigen und zu erläutern, wurde das Wort an Hubertus Mühling übergeben, welcher an diesem Nachmittag als Ansprechpartner für Fragen zur Verfügung stand.
Bereits zu Beginn thematisiert der Bürgermeister das allgemeine wirtschaftliche Problem, dass die Ausgaben immer größer werden, während die Einnahmen abnehmen und teils ins Stocken geraten. In Deutschland leben derzeit nur circa 10% in einem ausgeglichenem Haushalt – und auch die Stadt Balve darf sich noch über einen aktuellen Vorteil freuen. Sie haben sich unter anderem durch gute Gewerbesteuereinnahmen einige Überflüsse erwirtschaftet, welche in der zukünftigen wirtschaftlichen Lage sicherlich von Vorteil sein werden. Dennoch wird jetzt schon auf einen Sparhaushalt gesetzt und es werden Sicherungskonzepte entworfen, um die Stadt und ihre Dörfer bestmöglich durch diese schweren Zeiten zu bringen. Im Zuge dessen setzt der Bürgermeister ausdrücklich auf langfristige Investitionen.
Auch der große Stromausfall in Berlin, regte die Holter und Hubertus Mühling zum Grübeln an. Das Stadtgebiet möchte in Zukunft bestens auf derartige Krisen vorbereitet sein und traf somit einige neue Schlüsse. Es solle nicht nur mehr Gerätehäuser geben, sondern auch Kleinigkeiten, wie ein Radio in jedem Haushalt, können in bedrohlichen Situationen von großer Bedeutung sein.
Dementsprechend wird es in Garbeck künftig nicht nur ein weiteres Gerätehaus geben, welches dem in Sanssouci gleichen wird, sondern es steht auch die Überlegung eines weiteren Flüchtlingsheims im Raum. Auch die bedrohliche Hochwassersituation im Umkreis macht dem ein oder anderen Bürger Sorge. Dementsprechend soll im Jahre 2028 beginnend, ein Hochwasser-Pegelnetz über dem Mühlenteich in Langenholthausen errichtet werden, welches über ein automatisiertes Pegelnetz verfügt und regelmäßig die Werte misst, um vor Katastrophen zu warnen. Auch eine ausreichende Stromversorgung sollte in schweren Zeiten gegeben sein. Aufgrund dessen möchte die Stadt Balve ihre städtische Realschule soweit mit Solar und Energiespeichern aufrüsten, dass ein kurzzeitiger Stromausfall die Bürger nicht behindert, die Haushalte, sowie öffentlichen Einrichtungen warm bleiben und die Stadt im allgemeinen Energie autark agiert. Somit sollen beispielsweise auch Ausfälle in der Apotheke und in Gesundheitssystemen verhindert werden – so wie es vor kurzem erst geschah. Um dies zu garantieren, werden des Weiteren zahlreiche Windräder errichtet. Nicht nur der Balver Wald wird zahlreich mit ihnen ausgestattet, sondern auch in Langenholthausen liegt bereits eine Baugenehmigung für drei weitere Windräder vor. Ebenso verfügt das Beckumer Feld über genügend Platz für eine bessere Ausrüstung im Umkreis.
Ein weiteres heikles Thema, welches aktuell viele Regionen beschäftigt und die Sicherheit vieler Bürger sicherstellen soll, ist das Tempolimit 30 in Ortschaften. Nachdem dies in einigen Teilen vom Sundern, wie beispielsweise Stemel, schon umgesetzt wurde, wird nun auch im Balver Kreis und besonders in den umliegenden Dörfern untersucht, inwiefern die Umsetzung dessen dort möglich ist. Wohlmöglich kann Hubertus Mühling nach den nächsten Ausschüssen im März mehr dazu preisgeben. Doch nicht nur das soll sich auf den Balver Straßen künftig ändern – auch die Leuchten der Straßenlaternen müssen ausgetauscht werden. Unwissend schaffte die Stadt Balve sich in der Vergangenheit Laternen an, welche Quecksilber enthalten. Da diese zum einen schädlich für die Umwelt sind und darüber hinaus nicht mehr produziert werden, schafft die Stadt sich in Zukunft LED-Beleuchtungen an.
Auch spezifisch auf den Straßen von Langenholthausen bewegt sich so einiges. Es steht die Überlegung im Raum die Landstraße von Grote bis zum Ortsausgang auszubauen und den Gehweg gegebenenfalls zu verbreitern. Doch dies wird erst fällig sein, wenn eine grundhafte Sanierung der Fahrbahn nötig ist. Auch die Natur bereitet einigen Leuten Sorge. Die Eichen am Langenholthauser Sportplatz stellen für einige eine Verkehrsgefährdung dar. Da diese auf städtischem Boden stehen, werden sie nicht gefällt, sonder zeitnah untersucht und gegebenenfalls ausgedünnt, oder von Totholz befreit.
Nicht zuletzt stellt auch die scharfe Kurve auf der B229 in Sanssouci für viele Verkehrsteilnehmer einen Dorn im Auge dar. Es ist kein Geheimnis, dass Reparaturen an in dieser Brücke dringend durchzuführen sind. Bis der Bau der neuen Bundesstraße, welcher voraussichtlich im nächsten Jahr stattfinden wird, allerdings voranschreitet und beginnt, werden vorerst punktuelle Stahlverstärkungen an der Brücke vorgenommen, erklärt Bürgermeister Hubertus Mühling. Um nun aber nicht nur die örtlichen Autofahrer zu unterstützen, soll auch der Radverkehr in der Region gefördert werden, indem weiterhin in Radwege investiert wird. Nachdem der Radweg von Langenholthausen nach Sundern im vergangenen Sommer eingeweiht wurde, hofft die Stadt Balve nun auf einen Weiterbau in diesem Jahr. Nicht zuletzt sollen aber auch bestehende Radwege gefördert werden, indem unebene Wege und grobe Steine auf der Fahrbahn abgeflacht und korrigiert werden.
Die Stadt Balve hat in den vergangenen Jahren also nicht nur viel erreicht, sondern in der Zukunft stehen auch noch einige große Projekte an, welche den Bürgern das Leben im besten Fall vereinfachen werden. Nun heißt es gespannt sein und abwarten, wann die Anwohner sich über Veränderungen freuen dürfen und was für Überraschungen in Zukunft noch lauern werden. AM
