Am Freitag wurde im Rahmen eines Forschertages die Zertifizierung gefeiert. Fotos: Laura Berken
Altenaffeln. Was passiert eigentlich mit Farbe, Wasser oder Magneten? Warum schwimmt ein Schiff, obwohl es so schwer ist? Und wie funktioniert ein Mikroskop? Fragen wie diese beschäftigen Kinder jeden Tag. In der Offenen Ganztagsbetreuung (OGS) der Grundschule Altenaffeln dürfen sie diesen Fragen nachgehen – forschen, experimentieren und entdecken ist hier fest im Schulalltag etabliert. Für dieses besondere Engagement wurde die Einrichtung nun offiziell als „Haus der kleinen Forscher“ ausgezeichnet.
Bei einem großen Forschertag am Freitag erhielt die OGS die Zertifizierung der Stiftung „Kinder forschen“. Die Auszeichnung würdigt Bildungseinrichtungen, die Kinder besonders intensiv beim Entdecken naturwissenschaftlicher, technischer und nachhaltiger Themen begleiten und fördern.
Die treibende Kraft hinter dem Projekt ist Erzieherin Laura Vierhaus. Seit August 2024 gehört sie zum Team der OGS Altenaffeln. Bereits während ihrer Ausbildung hatte sie von der Initiative der Stiftung „Kinder forschen“ erfahren und war sofort begeistert. In einer Teamsitzung stellte sie ihre Idee, eine Forscher-AG einzuführen, vor – schnell waren auch ihre Kolleginnen und Kollegen überzeugt.
Aus der kleinen Idee wurde schnell ein erfolgreiches Projekt. Ein besonderer Blickfang ist dabei der sogenannte Forscherschrank. Gemeinsam mit den Kindern wurde ein alter Schrank abgeschliffen und neu gestrichen. Nach und nach füllte er sich mit Forschermaterialien wie Laborkitteln, Schutzbrillen und sogar einem Mikroskop.
Möglich wurde dies durch die Unterstützung zahlreicher Helfer. Das Unternehmen Wendland unterstützte das Projekt finanziell, Eltern und das Kollegium steuerten verschiedene Sachspenden bei.
Bis zur Zertifizierung war jedoch einiges an Arbeit notwendig. Umfangreiche Dokumentationen, pädagogische Konzepte und Praxisberichte mussten erstellt werden. Mit viel Engagement arbeitete Laura Vierhaus Schritt für Schritt die Anforderungen der Stiftung ab. Im November 2025 folgte schließlich die erfreuliche Nachricht: Die OGS Altenaffeln erhält die begehrte Zertifizierung.
Die offizielle Übergabe fand am Freitag im Rahmen eines großen Forschertages statt. Neben der Verleihung der Plakette warteten auf die OGS-Kinder und ihre Eltern zehn verschiedene Stationen, an denen nach Herzenslust geforscht, ausprobiert und experimentiert werden konnte. Ob naturwissenschaftliche Versuche, technische Herausforderungen oder spannende Beobachtungen – überall waren neugierige Kinder und faszinierte Eltern zu sehen. An der zehnten Station wartete schließlich eine wohlverdiente Stärkung mit Kaffee, Getränken und Kuchen.
Zur Übergabe der Auszeichnung waren zahlreiche Gäste erschienen. Unter ihnen Domenic Troilo, Vorsitzender der Wirtschaftsjunioren Märkisches Sauerland, Jutta Groß von der lokalen Netzwerkstelle Kreis Junger Unternehmer bei der SIHK-Geschäftsstelle Iserlohn sowie Susanne Hillemanns von der Stiftung „Kinder forschen“.
Auch Schulleiter Matthias Brockhagen war für diesen besonderen Anlass vor Ort. Er kannte das Projekt bereits im Vorfeld, sein Dank gilt Laura Vierhaus: „Die Forscher-AG ist eine echte Bereicherung für die Schule. Sie regt Kinder dazu an, zu experimentieren, neugierig zu sein, genau hinzuschauen, zu staunen, nachzudenken und eigene Ideen zu entwickeln.“
Seit mehr als 15 Jahren engagieren sich die Wirtschaftsjunioren Märkisches Sauerland gemeinsam mit der Stiftung „Kinder forschen“ für eine gute frühe Bildung in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Mit Fortbildungen, Experimentiermaterialien und verschiedenen Förderangeboten unterstützen sie Kindertagesstätten, OGS-Einrichtungen und Grundschulen dabei, Kindern die Welt des Forschens näherzubringen.
Die Zertifizierung der OGS Altenaffeln zeigt eindrucksvoll, was entstehen kann, wenn Begeisterung, Engagement und Teamarbeit zusammenkommen. Aus einer kleinen Idee wurde ein Projekt, das Kinder Woche für Woche zum Staunen, Entdecken und Forschen einlädt. LB



