Balve. (R.E.) Der DITIP-Verein Balve und sein Vorsitzender Özkan Güler sind stark verärgert. Denn vor einigen Tagen hat ein unglaublich dreister Autofahrer aus Dortmund am helllichten Tag seine Einbauküche hinter der Moschee an der Hönnetalstraße entsorgt.
Seelenruhig fuhr der Mann mit seinem Sprinter hinter das Gebäude, stieg aus, schaute nach oben, ob er nicht von einem Fenster aus beobachtet wird, öffnete die Hecktür des weißen beschrifteten Sprinters und schmeißt die zerlegte Einbauküche in den Container. Was er nicht ahnt: Der Türkisch-Islamische Verein Balve, der mehrfach negative Erfahrungen auf seinem Gelände mit Vandalen gemacht hat, installierte vor einiger Zeit eine Videokamera. „Die hat sich jetzt bewährt“, schmunzelt Güler, der die illegale Küchenentsorgung erst bemerkte, nachdem er aus dem Urlaub zurückgekehrt war.
Sofort informierte er die Polizei, die sich den Vorgang kurz ansah und den Vorsitzenden des DITIP-Vereins wissen ließ: Er solle sich an das Ordnungsamt der Stadt Balve wenden. Da Güler jedoch durch die Video-Aufnahme wusste, woher das Auto stammt, rief er bei jener Firma an, dessen Name groß auf dem Sprinter prangte. „Das Unternehmen aus Dortmund hat mir allerdings gesagt, wir haben das Auto verkauft. Als ich wissen wollte, an wen, da haben sie gemauert. Das könnten sie mir nicht sagen, sie verkauften sehr viele Fahrzeuge“, schilderte Güler das für ihn frustrierende Gespräch.
Grund genug für den Vereins-Vorsitzenden, sich einen Rechtsbeistand zu besorgen. Der setzte sich zwar ein, aber erreicht hat er bisher nichts. Denn die Anzeige wandert von einer Behörde zur anderen. Angefangen bei der Polizei in Menden, zum Ordnungsamt der Stadt Balve. „Wir sind dafür nicht zuständig“, betont Ordnungsamtsleiter Marcus Kauke und reichte das Papier in die Kämmerei. Aber auch die ist außen vor. „Es handelt sich um eine illegale Abfallablagerung auf einem Privatgrundstück. Dadurch ist die Untere Umweltbehörde des Märkischen Kreises der Ansprechpartner für Herrn Güler“, ließ der Fachmann für Abfallentsorgung der Stadt Balve, Ralf Runte, diese Zeitung auf Nachfrage wissen. Zum Schluss des Gesprächs fügte er hinzu: „Wahrscheinlich muss der Verein seine Ansprüche gegen den Mann, der die Einbauküche illegal entsorgt hat, privatrechtlich verfolgen.“


