Die Stadt Balve erarbeitet in Zusammenarbeit mit der Ge-Komm GmbH, der Gesellschaft für kommunale Infrastruktur aus Melle, ein ländliches Wegenetzkonzept zur Stärkung des kommunalen Außenbereichs. Dabei ist auch Volkes Meinung erwünscht.
Das Volk, beziehungsweise die Bürger, kamen am Dienstagabend ins Rathaus, um sich beispielsweise darüber informieren zu lassen, wie die Klassifizierung der Wege aussehen kann. Geht es doch um die Fragen:
Welche Wege und Brückenbauwerke sind für die Gemeinden unverzichtbar und haben eine hohe Priorität?
Welche Wege könnten im Standard gesenkt, ökologisch aufgewertet oder sogar gänzlich aufgegeben werden?
Welche Wege sind für die Allgemeinheit entbehrlich und könnten einzelnen Interessenten oder Nutzergruppen zur Verfügung gestellt werden?
Ziel ist es, ein zukunftsfähiges, bedarfsgerechtes und auch finanzierbares Wegenetz für die Stadt Balve zu schaffen. Hörten die etwa 30 Besucher der Informations-Veranstaltung lange Zeit geduldig zu, ging ein Raunen durch den Rathaussaal, als Hartmut Scharf vom Bauamt der Stadt Balve auf die Frage, wer das Ganze denn bezahlen muss, nur widerwillig eine Antwort gab. Erst nach wiederholter Rückfrage deutete er an, dass die Eigentümer der Wirtschaftswege den Löwenanteil der Baukosten zu zahlen haben, nämlich 80 Prozent.
Diese Aussage beinhaltet sehr viel Zündstoff. Denn ebenso wie die Anlieger aus der Dreikönigsgasse werden sich auch die Eigentümer -Landwirte und Waldbauern – dagegen verwahren, Tausende von Euro in Wege zu investieren, die vorrangig von der Allgemeinheit genutzt werden.
Angesichts dessen, dass es wieder einmal so ist: Die Stadt Balve baut – und der Bürger bezahlt, weil es die Satzung so will – darf man schon heute darauf gespannt sein, wie die Informationsveranstaltungen in den Ortsteilen verlaufen. Denn im Sauerland heißt es nach wie vor: „Wer die Musik bestellt, der muss sie auch bezahlen“.
Die 30-köpfige Wegenetz-Projektgruppe, die im Rathaus hinter verschlossenen Türen willkürlich von der Stadtverwaltung zusammengestellt worden ist, sollte stets daran denken: Es geht um anderer Leute Geld – other people’s money. Das heißt: Das Geld auszugeben, das man nicht selbst im Schweiß des eigenen Angesichts erst verdienen musste, sondern das Geld anderer Leute darstellt, ist immer ganz einfach. Bleibt zu hoffen, dass sich die Politik, die letztendlich über die Sanierung der Wirtschaftswege entscheidet, sehr verantwortungsvoll mit dem Geld der Wege-Eigentümer umgeht. Richard Elmerhaus



