Mehmet Saka fühlt sich wegen fehlender Nachbarschaft ziemlich einsam am Anfang der Ersten Straße.Foto: Sprawe

Neuenrade. Die Lichter gehen aus in der Ersten Straße. Nach der Schließung von Bring und Nimm und dem Offenen Wohnzimmer mehren sich die Leerstände an der Hauptstraße. „Langsam ist das hier eine Geisterstadt“, bringt Mehmet Saka die bedenkliche Entwicklung auf den Punkt.
Seit März betreibt er im oberen Teil der einstigen Einkaufsmeile ein Servicegeschäft rund ums Handy und PC. Ferner bietet er Haushaltswaren und einen Paketshop an. Abgesehen von einem Friseur und einem nur dekorierten Fenster für Gardinen, flaniert man nur an leeren und teils lange nicht mehr geputzen Schaufenstern vorbei.
Erst wieder im unteren Bereich signalisiert „Die Werkstatt“, dass es hier etwas zu kaufen gibt. Nachgezählt wird das Dilemma besonders deutlich. Von der Kreuzung Dahler Straße bis zum Übergang in die Bahnhofstraße gibt es 15 Ladenlokale von denen zehn verwaist sind.
Einen Grund für die fehlende Nachbarschaft sieht Mehmet Saka in der Politik, beklagt aber auch die mangelnde Bereitschaft in Neuenrade zu investieren. Die vielen ungenutzten Geschäftsflächen zu beleben war auch ein Thema des Quartiersmanagements, wo man bestrebt war, mit den jeweiligen Besitzern ins Gespräch zu kommen. Leider war das Interesse daran fast nicht vorhanden.
Wenn die Hönnestadt für junge Familien an Attraktivität gewinnen soll, so wie sich das Bürgermeister Volker Klüter wünscht, müssen, in welchem Kreis auch immer, Perspektiven erarbeitet werden. sp