Bundesweiter Warntag: Im Märkischen Kreis und in ganz Deutschland waren am 10. September die Sirenen zu hören. Pünktlich um 11 Uhr löste die Kreisleitstelle die 211 Sirenen in den kreisangehörigen Kommunen aus. Foto: Katharina Buschmann / Märkischer Kreis
Märkischer Kreis. (pmk) Beim bundesweiten Warntag am Donnerstag hat die Warnkette im Märkischen Kreis weitgehend funktioniert. Sirenen, Warn-Apps, Cell Broadcast und die Märkische Verkehrsgesellschaft (MVG) informierten die Bevölkerung nahezu zeitgleich. Nun möchte der Bevölkerungsschutz des Märkischen Kreises wissen: Wie sind die Warnungen tatsächlich bei den Menschen angekommen?
Insgesamt 211 Sirenen wurden im gesamten Kreisgebiet ausgelöst. Parallel dazu gingen Warnmeldungen über die Warn-App „Nina“ und das Cell-Broadcast-System auf den Mobilgeräten ein. Die MVG informierte Fahrgäste über digitale Anzeigetafeln an Haltestellen. „Wir können nach dem Warntag eine positive erste Bilanz ziehen. Besonders erfreulich ist, dass die Warnungen diesmal auf den verschiedenen Kanälen nahezu gleichzeitig angekommen sind. Das war in den vergangenen Jahren nicht immer der Fall“, sagt Kreisbrandmeister Michael Kling. Entscheidend sei für den Bevölkerungsschutz jedoch nicht allein, ob ein Warnsystem technisch funktioniere. „Wir müssen wissen, wie die Warnungen von den Menschen tatsächlich wahrgenommen werden. Deshalb sind die Rückmeldungen aus der Bevölkerung für uns so wichtig.“
Dabei spielen die unterschiedlichen Warnmittel jeweils eine eigene Rolle. „Sirenen sind ein wichtiges akustisches Signal. Sie machen auf eine Gefahr aufmerksam, können aber gerade innerhalb von Gebäuden nicht überall gleich gut gehört werden“, erklärt Kling. Deshalb setze der Märkische Kreis zusätzlich auf digitale Warnwege wie Cell Broadcast und Warn-Apps. „Unser Ziel ist es, möglichst viele Menschen zu erreichen. Das gelingt am besten, wenn die verschiedenen Warnsysteme zusammenspielen“, berichtet der Kreisbrandmeister.
Der Bevölkerungsschutz bittet deshalb ausdrücklich um Rückmeldungen – unabhängig davon, ob die Warnung gut funktioniert hat oder Probleme aufgetreten sind. „Wir möchten wissen, ob und auf welchem Weg die Warnung angekommen ist. Positive Rückmeldungen sind dabei genauso hilfreich wie kritische Hinweise. Jede einzelne Rückmeldung kann dazu beitragen, Schwachstellen zu erkennen, Abläufe zu verbessern und die Sicherheit der Menschen im Märkischen Kreis weiter zu erhöhen“, sagt Kling. Hinweise und Erfahrungen über folgenden Link mitgeteilt werden: https://t.ly/sgQaU . Ebenso bittet das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) um eine Rückmeldung über www.warntag-umfrage.de
Erfahrungen aus 2025
Der bundesweite Warntag soll die Bevölkerung für mögliche Krisen und Gefahren sensibilisieren und gleichzeitig die vorhandenen Warnsysteme einem Praxistest unterziehen. Ob Starkregen, Hochwasser, Waldbrand oder ein länger andauernder Stromausfall: Je mehr Menschen im Ernstfall erreicht werden, desto besser können sie sich schützen und entsprechend reagieren.
Beim Warntag 2025 beteiligten sich fast 800 Bürgerinnen und Bürger aus allen Städten und Gemeinden des Märkischen Kreises an der Online-Befragung. Am häufigsten wurden Sirenen und Cell Broadcast wahrgenommen. Gleichzeitig berichteten einzelne Teilnehmende von Problemen. Genannt wurden unter anderem eine zu geringe Lautstärke der Sirenen oder eine ausbleibende Auslösung. Wie gut eine Sirene wahrgenommen wird, hängt unter anderem von der Bauweise der Gebäude und vom jeweiligen Sirenentyp ab.
Unterschiedliche Sirenen, unterschiedliche Lautstärke
Im Märkischen Kreis kommen neben den älteren Sirenen des Typs „E57“ verschiedene elektronische Sirenentypen zum Einsatz. Wie laut eine Sirene wahrgenommen wird, hängt unter anderem von ihrer Leistung ab. Dafür ist der sogenannte Schalldruckpegel entscheidend.
Für die jeweiligen Kommunen erstellen die Hersteller der Sirenen Beschallungspläne. Daraus geht unter anderem hervor, welche Sirenentypen an den einzelnen Standorten eingesetzt werden. In Wohngebieten liegt der Schalldruckpegel – abhängig vom jeweiligen Sirenentyp – in einer Entfernung von 30 Metern zwischen 109 und 115 dB(A). Umso wichtiger sind die Erfahrungen der Bevölkerung: Nur durch konkrete Rückmeldungen lässt sich feststellen, wo Warnungen zuverlässig wahrgenommen werden und an welchen Stellen möglicherweise noch Verbesserungsbedarf besteht.



