In diesem Wahlkampf gab es anscheinend keine Streitpunkte zwischen den Parteien. Friede, Freude, Eierkuchen! Wer an Wochenenden nicht genau auf der Hauptstraße hinschaute merkte nicht einmal, dass ein „heißer“ Wahlkampf entbrannt ist. War er ja auch nicht! Er plätscherte so vor sich hin.
Endlich mal keine Streitereien und gegenseitige Vorwürfe, sagten die einen, die Parteien haben keine Lust zu kämpfen, sagten die anderen.
Schaut man sich am Ende das Ergebnis an, hat sich im Rat nicht viel geändert. Die CDU bleibt deutlich stärkste Fraktion mit 19 Sitzen, die Opposition bekommt 13 Sitze.
Trotzdem lohnt es sich schon, genauer hinzuschauen. Lorenz Schnadt hatte vor der Wahl gehofft, zehn Sitze zu bekommen. Sein Wunsch wäre zwar gewesen, diese der CDU abzuluchsen, aber er hat das Wahlziel erreicht. Prozentelieferant war in diesem Fall allerdings die SPD und das konnte man schon vor der Wahl vermuten.
Ja, was ist nur mit dieser Partei in Balve los? Mit Mühe hatte sie im Vorfeld die Wahlbezirke mit Kandidaten gefüllt – in fünf Wahlbezirken gelang ihnen das gar nicht. Das kostet Stimmen. Ich denke, diese acht Prozent sind das schlechteste Wahlergebnis der SPD seit langer Zeit. Man fragt sich wirklich, wo sind die Kämpfer von früher mit Theo Schmitz und Hans Hermann Hochkeppel geblieben, die einmal angetreten waren, die Vormachtstellung der CDU in Balve zu brechen?
Und dann ist da noch die Frage nach der Frauenquote. Immerhin kann da die SPD punkten, denn sie hat immerhin eine Quote von 33,3%, sprich, von drei Ratsmitgliedern eine Frau.
Auch wenn die CDU die höchste Frauenquote für sich reklamiert, stimmt das nur von der Anzahl her. Von 19 Ratsmitgliedern nur drei Frauen – das sind schließlich nur 15,7 Prozent. Die UWG, schickt bei 10 Mitgliedern 20 Prozent, somit 2 Frauen, auf die Ratsbank. Von einer paritätischen Mitbestimmung kann da aber immer noch nicht die Rede sein. Gibt es in Balve keine politisch ambitionierten Frauen? Immerhin ist mit insgesamt 6 Frauen so viel weiblicher Politik-Charme im Ratssaal vertreten, wie noch nie.
Am 5. November nun steht die konstituierende Sitzung des neuen Rates der Stadt Balve an. Ich wünsche mir Weitsicht, Fairness, Diskussionsbereitschaft und Anerkennung von Ideenreichtum, auch wenn das mal aus der anderen Fraktion kommt. Dann sollte es eigentlich gelingen, die Stadt Balve in den nächsten fünf Jahren noch weiter nach vorne zu bringen. Auf geht‘s!
Roland Krahl
Kommentar: Frauenquote eingehalten?