Ab sofort können Bauanträge vollständig digital eingereicht werden. Wie das funktioniert, können sich Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen auf YouTube erklären lassen. Unser Bild zeigt Landrat Ralf Schwarzkopf und Peter Tüch (links), Fachdienstleiter Bauaufsicht und Immissionsschutz. Foto: Katharina Buschmann / Märkischer Kreis

Märkischer Kreis. (pmk) Der Märkische Kreis geht bei der Digitalisierung voran und hebt das Baugenehmigungsverfahren auf ein neues Level. Ab sofort können Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen ihre Bauanträge vollständig digital einreichen.

Das Herzstück der Umstellung ist die Einführung des Bauportals „Prosoz Elan Comfort“. Der Märkische Kreis hat die Plattform gemeinsam mit dem Softwarehaus Prosoz sowie weiteren Pilotkommunen in Nordrhein-Westfalen zur Serienreife entwickelt.

Die Bauaufsicht des Märkischen Kreises blickt bereits auf eine lange Tradition der papierlosen Verwaltung zurück: Schon seit 2006 wurde mit der Vorgängerlösung „Prosoz XML Service“ komplett digital gearbeitet. Dieser gewohnte Workflow ist jedoch durch den Hackerangriff auf den kommunalen Dienstleister Südwestfalen-IT (SIT) Ende 2023 abrupt gestoppt worden. Im Frühjahr 2024 folgte dann die strategische Richtungsentscheidung: Aufgrund des Alters der Anwendung und den damit einhergehenden Sicherheitsbedenken wurde das alte Portal nicht wieder ans Netz genommen. Stattdessen hat der Kreis die Entwicklung von „Prosoz Elan Comfort“ aktiv vorangetrieben.

Die Anmeldung am neuen Bauportal auf der Homepage des Märkischen Kreises erfolgt nun rechtssicher über moderne und geschützte Identifikationssysteme. Private Bauherren nutzen hierfür die BundID, während Firmen und Architekturbüros sich über das eigene „Mein Unternehmenskonto“ (ELSTER) einloggen. Beide Zugänge können auch für weitere öffentliche Dienstleistungen genutzt werden. Das Besondere an der neuen Lösung ist die nahtlose und vollständige Integration in das bei der Bauaufsicht bestehende interne Fachverfahren („ProsozBau“).

Mit der Rückkehr zur rein digitalen Sachbearbeitung sind viele Optimierungen verbunden. So erfolgt die Bearbeitung ab sofort medienbruchfrei in einem vollständig digitalen Kreislauf: Vom Erstantrag bis zum finalen Bescheid verbleiben alle Dokumente in einer einzigen digitalen Umgebung. Das spart auf allen Seiten Zeit und Ressourcen. Die Datensicherheit ist durch hohe Standards sichergestellt. Die Papierform bleibt trotzdem weiterhin möglich, das heißt, dass Anträge weiterhin klassisch in Papierform eingereicht werden können. Diese werden nach dem Eingang sofort gescannt und digitalisiert, sodass die eigentliche Sachbearbeitung in der Bauaufsicht ausnahmslos digital verläuft. Es gibt also keine Papierakten mehr.

Ein weiterer Vorteil ist die direkte Datenübermittlung: Auch online nachgereichte Unterlagen oder Ergänzungen fließen von den Antragstellern ohne Umwege in das Fachverfahren ein und kommen damit direkt beim zuständigen Mitarbeiter oder der zuständigen Mitarbeiterin an. Sie arbeiten in einer modernen digitalen Arbeitsumgebung, in der alle Informationen sofort verfügbar sind.

Kürzere Bearbeitungszeiten für Bauherren
„Mit dem neuen Bauportal bieten wir den Menschen im Kreis sowie den Architekturbüros einen zeitgemäßen, hochsicheren und vor allem schnellen Service“, betont Landrat Ralf Schwarzkopf und ergänzt: „Der Neustart zeigt, dass wir eine Chance genutzt haben, um unseren Kreis digital noch zukunftssicherer aufzustellen. Durch den Wegfall von internen Postwegen und doppelten Datenerfassungen beschleunigen sich die Prozesse deutlich.“ Bauprojekte im Märkischen Kreis können dank der digitalen Optimierung demnach ab sofort deutlich zügiger realisiert werden.

Das Bauportal ist für alle Nutzerinnen und Nutzer unter folgender Seite erreichbar: https://maerkischer-kreis.meinamt.digital/

Der Märkische Kreis hat ein Erklärvideo erstellt, das die wichtigsten Schritte zeigt, wie man einen Bauantrag online stellen kann -> https://t1p.de/digitales-bauportal-mk.