Langenholthausen. In den vergangenen Coronajahren konnte der Neujahrstreff in der Sokola.de nicht stattfinden, jetzt war es aber wieder an der Zeit, dass man sich in Langenholthausen an den Tisch setzte und bei Kafffee und Kuchen das Neueste aus erster Hand über das Dorf erfuhr. Michael Grote vom Sokola.de-Vorstand blickte dann aber doch erst einmal zurück.

Dabei hob er einen Mann besonders hervor, der mit dem Impf- und Testzentrum eine gute Unterstützung für den Verein war. „Ich danke daher an dieser Stelle Ralf Bigel für seinen Mut und Einsatz“, hob Grote hervor. Er würdigte damit einen Mann, der im September vergangenen Jahres plötzlich gestorben war.

Anzeige

Michael Grote vom Vorstand der Sokola.de blickte auf die Coronazeit zurück.

Erfreuliches konnte er hingegen von den Investitionen zum Umbau des Hauses berichten. Denn im vergangenen Jahr konnten die letzten Schulden getilgt werden und „somit konnten wir schuldenfrei in das Jahr 2023 starten“, hob Michael Grote hervor. Als richtige Entscheidung bezeichnete er auch die Anschaffung einer Pelletheizung. Denn im Sommer mussten nur sechs Tonnen Pellets nachgefüllt werden, was etwa 3000 Litern Heizöl im Vergleich entspräche. Die energetische Sanierung habe daher zu deutlicher Senkung der Heizkosten beigetragen.

Anzeige

Ortsvorsteher Klaus Sauer war besonders stolz darauf, dass sich in seinem Dorf eine 12-köpfige Truppe im April des vergangenen Jahres regelmäßig trifft, um Projekte im Dorf in Angriff zu nehmen. „Wir nennen uns die Holter“, sagte er noch in den Beifall, den die knapp 50 teilnehmenden Gäste für diese Gruppe hatten. Mit einer 1000-Euro-Förderung vom Märkischen Kreis seien bereits einige Geräte angeschafft worden. Dadurch konnten Pflegemaßnahmen ergriffen werden, die das Dorf in besserem Licht erscheinen lassen. Er nannte die Aufarbeitung des Kreuzes am Trachtenberg und die Pflege der Ruhebänke im Dorf als Beispiele für die Arbeit des Teams.

Bürgermeister Hubertus Mühling musste auch zunächst zurück blicken auf einen traurigen Start ins neue Jahr, denn kurz nach Mitternacht heulten die Sirenen in der Stadt. „Man kann den Frauen und Männern der Feuerwehr nur danken, dass sie, obwohl sie gemütlich zusammensitzen in so einer Nacht, sofort aufspringen und dann einen derartigen Brandherd vorfinden.“ Man könne nicht genug danken, dass diese Männer und Frauen freiwillig in der Feuerwehr ihren Dienst tun.

Doch dann blickte er optimistisch in die Zukunft. Er bezeichnete die Gründung der Netzgesellschaft vor Jahren als zweifelsfrei richtigen Schritt, denn dadurch kämen in jedem Jahr rund 530.000 Euro in die Stadtkasse. Die Übertragung des Kanalnetzes an den Ruhrverband brachte noch einmal 22,6 Millionen ein, die zur Schuldentilgung verwandt wurden, sodass jährlich rund 400.000 Euro an Zinsleistungen wegfallen würden. Trotzdem bleibt das Kanalnetz im Eigentum der Stadt Balve.

Rund 23 Millionen Euro an Investitionen sind in den kommenden fünf Jahren geplant. Darunter der Neubau der Feuerwehr-Gerätehäuser in Sanssouci und in Garbeck, sowie Anschaffungen von Fahrzeugen für die Feuerwehr. Ein weiterer Punkt auf der Liste des Bürgermeisters stand die Investition eines neuen Kindergartens auf dem Gelände der noch stehenden Hauptschule. „Wir sind froh, dass wir sie noch haben“, sagte er mit Hinsicht auf die Flüchtlingsentwicklung. Derzeit habe man rund 400 Flüchtlinge aus den verschiedensten Ländern, 170 aber allein aus der Ukraine. Und der Flüchtlingsstrom halte an. Dadurch, dass die Hauptschule als Unterkunft umgebaut werden konnte, sei derzeit eine Räumung der Sporthalle in der Murmke nicht notwendig.

Konkret zu Langenholthausen teilte der Bürgermeister mit, dass in diesem Jahr der Mühlenteich entschlammt werde, ähnlich wie in Mellen. Allerdings werde der Schlamm abtransportiert. Für die Feuerwehr werde eine Löschwasserentnahme eingerichtet, die Außenanlage attraktiver gemacht und mit einem Zaun versehen.

Beifall gab es, als Hubertus Mühling auch den Baubeginn des Fahrradweges zur Sorpe für dieses Jahr versprach. Er erklärte, dass es drei Abschnitte geben werde, die ersten beiden, von Langenholthausen bis zu den ersten Höfen von Wulfringhausen, sollen in diesem Jahr erfolgen. Es müsse nur noch ein abschließendes Gespräch mit einem Grundstückseigentümer geführt werden.

Weitere Maßnahmen in Langenholthausen: der Steltenbergweg wird mit Fördermitteln zu einem Radweg ausgebaut. Ein Gewässerkonzept für die Borke und Wellingse sei bereits erstellt und in einer Bürgerversammlung bis zu den Sommerferien soll es vorgestellt werden.

Thema bei den Anwesenden war auch die Zuwegung zur Schützenhalle. Doch auf diese Frage musste sich der Bürgermeister bedeckt halten. „Ja, die ist in einem furchtbaren Zustand“, gab er zu, aber bei einem Ausbau müsse erst einmal geprüft werden, ob da nicht die Anlieger m it einem 90-prozentigen Anteil zu beteiligen wären, da es sich nach seiner Ansicht um einen Erstausbau handele.

Als auch die letzten Fragen beantwortet waren, dankte Michael Grote für den gelungenen Austausch. „Wir werden das auch weiterhin machen“, versprach er den Langenholthausenern in der Hoffnung, dass im nächsten Jahr wieder mehr Leute den Weg zum Neujahrstreff finden.   kr

Anzeige