Nach einer erfolgreichen Premiere genossen die 100 Akteure einen langen Applaus. Fotos: Aleksandra Mösta
Balve. Nach monatelanger Vorbereitung war es nun endlich wieder so weit – der Balver Festspielverein hat am Samstagnachmittag mit der Premiere des Musicals „Robin Hood Junior“ feierlich die Saison in der Balver Höhle eröffnet. Zwar waren die diesjährigen Vorbereitungen aufgrund des kürzlichen Vandalismus in der Höhle etwas holprig, doch das hielt die 100 aktiven Vereinsmitglieder nicht von einer reibungslosen und atemberaubenden Premiere ab. Seit Januar trafen sie sich zu den Proben in der Aula der Städtischen Realschule Balve. Seit April schritten die Vorbereitungen und der Feinschliff dann in Europas größter Kulturhöhle voran.
Nachdem in der Vergangenheit bereits zwei Mal die Geschichte des Erwachsenen Robin Hood erzählt wurde, legten die rund 60 Schauspieler und die 40 aktiven Unterstützer hinter den Kulissen sich ins Zeug, um erstmalig in der Geschichte des Festspielvereines die Reise des Robin Hood Junior aufzuführen. Dabei galt ein besonderer Dank auch den Unterstützern und Sponsoren aus der heimischen Wirtschaft, den Vereinen und der Politik. Auch die St.-Sebastian-Schützenbruderschaft engagierte sich im besonderen Maße und unterstütze die Vorbereitungen.
Selbstverständlich wäre ein solches Stück aber auch nicht ohne die Kreativ-Leitung des Vereines möglich, weshalb Lukas Koch und Ralf Schwarzkopf in ihrer Eröffnungsrede auch der Regisseurin Marie Neuhaus-Schwermann, der Choreografin Paula Verborg und der musikalischen Leitung Phillipp Hemmelmann dankten. Im allgemeinen kann man über das Ehrenamt in diesem riesigen Verein nur staunen, welches die Akteure im Alter von 16 Monaten bis 60 Jahren repräsentieren. Nachdem die Rede mit dem Satz: „Das Stück hat alles, was ein gutes Musical braucht“ beendet wurde, trat der Festspielchor mit Liedern wie „Probier‘s mal mit Gemütlichkeit“ oder „Hey Pipi Langstrumpf“ auf, um nochmals richtig auf die Saison einzustimmen.
Im Anschluss daran ging es dann endlich mit dem langen und sorgfältig einstudierten Musical los. Der arme Waisenjunge Robin Hood Junior musste Güter stehlen, um sich über Wasser zu halten. Dabei stieß er auf eine Gruppe wilder, sprechender Tiere, welche einem Fluch unterlegen waren. Gemeinsam hatten sie zwei Tage lang Zeit, um Pfänder zu sammeln, damit dieser Fluch endlich gebrochen wird. Die Zeit wird knapp und nun stellt sich die Frage, ob sie es gemeinsam schaffen den Fluch zu brechen, oder ob die Wilden für immer Tiere bleiben müssen.
Mit angepassten Lichteffekten, einer musikalischen Begleitung und sogar einem kleinen Feuerwerk, wurde das Geschehen nochmals verstärkt. Diese spannende Reise wurde von den Laien so gut verkörpert, dass sich am Ende das gesamte Publikum erhob und staunend Beifall klatschte. Und das werden nicht die einzigen faszinierten Besucherinnen und Besucher sein – der Festspielverein erwartet noch rund 9000 Gäste, welche sie mit dem musikalischen Gesamtpaket verzaubern werden. AM


