Als Sicherheit dient der Stadt Balve die vereinseigene Tribüne der Festspiele Balver Höhle.

Balve. Der Verein Festspiele Balver Höhle ist seinem Ziel, im ehemaligen Mammut neben der Balver Höhle, ein Vereinsmuseum sowie neue Vereins- und Arbeitsräumlichkeiten im Umfeld der Balver Höhle zu errichten, einen Riesenschritt weiter gekommen. Einstimmig stimmte der Haupt- und Finanzausschuss für die Übernahme einer kommunalen Kreditbürgschaft.

Geplant ist die Schaffung eines öffentlich zugänglichen Vereinsmuseums mit Ausstellungsflächen zur Geschichte der Festspiele, der Theatertradition in der Höhle sowie der regionalen Kulturgeschichte. Ergänzend sollen Vereins- und Arbeitsräume entstehen, die unter anderem für Organisation, Archivierung, Kostüm- und Requisitenarbeit sowie ehrenamtliche Tätigkeiten genutzt werden können. Darüber hinaus sollen die Räumlichkeiten auch anderen Vereinen und kulturellen Initiativen der Stadt zur Verfügung stehen.

Im Antrag der Festspiele Balver Höhle heißt es zum Finanzvolumen: „Die Gesamtinvestition beläuft sich auf ca. 525.000 Euro netto. Davon müsste der Verein zwischenzeitlich 145.000 Euro finanzieren. Der Eigenanteil für die eigentlichen Bau- und Einrichtungskosten beträgt hierbei rund 120.000 Euro netto zuzüglich einer Zwischenfinanzierung der gesetzlichen Mehrwertsteuer von derzeit 19 %.“

Das Problem bei der Sache ist allerdings, dass Vereine bei Investitionsvorhaben dieser Größenordnung regelmäßig nur eingeschränkte Sicherheiten stellen können, und daher die Finanzierung maßgeblich von einer kommunalen Bürgschaft abhängig ist. „Ohne eine entsprechende Unterstützung der Stadt wäre die Umsetzung des Projektes erheblich erschwert beziehungsweise unter Umständen nicht realisierbar“, heißt es weiter im Antrag.

Vor drei Wochen konnten sich die Fraktionsvorsitzenden vor Ort ein Bild von dem Bauumfang machen und der Vorstand der Festspiele stellte sein Konzept vor. „Das geht in die richtige Richtung. Das Konzept ist gut. Als Sicherheit sollten wir die Tribüne des Vereins eintragen lassen“, so Alexander Schulte (CDU).

Lorenz Schnadt (UWG) wägte die Chancen und Risiken gegeneinander auf. Als Chance bezeichnete er die Schaffung eines Museums, Risiko sei die Vergangenheit des Vereins. Doch letztendlich blicke auch er auf einen heute gut geführten Verein, sodass nach Abwägung nur eine Zustimmung stehen könne.

Cay Schmidt (SPD) schloss sich seinen Vorrednern an und bezeichnete die Bürgschaft für einen Kredit in Höhe von 145.000 Euro als eine große Chance auch für die Stadt.

Bürgermeister Hubertus Mühling betonte in Richtung des im Zuschauerraum sitzenden Vereinsvorsitzenden Lukas Koch die hohe Wertschätzung, die der Verein habe, der unter schweren Bedingungen die letzten Jahrzehnte geführt wurde und nunmehr auf soliden Füßen stehe.

Der Verein hat übrigens schon einmal eine Bürgschaft erhalten Anfang der 2000er Jahre. Damals hatte er sich mit dem Kauf der Tribüne übernommen, die Stadt und die heimischen Banken zogen an einem Strang und retteten den Verein. Der Kredit zu dieser Bürgschaft, so Vorsitzender Lukas Koch nach der Sitzung, sei aber restlos vom Verein getilgt worden. Er betonte in diesem Zusammenhang auch, dass noch nicht alles in trockenen Tüchern sei. Es würden noch Förderzusagen ausstehen, doch man hoffe, im September alles hintereinander zu haben, sodass es dann losgehen könne.

So sahen auch die Mitglieder des Haupt- und Finanzausschusses keine Hinderungsgründe für eine Bürgschaft, zumal der Wert der 600 Personen fassenden Tribüne die Bürgschaftssumme bei weitem übersteigt. Es war ein einstimmiges Votum an den Rat, dem Antrag zuzustimmen.   kr