Um es vorweg zu nehmen bevor sich die Gesetzestreuen derart aufregen, dass ihnen die Luft weg bleibt: Ich will mit diesem Kommentar keineswegs denjenigen das Wort reden, die gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen. Dennoch bin nicht nur ich über das Verhalten der Stadtverwaltung Balve am heutigen Tage irritiert. Auch zahlreiche Bürger schüttelten verständnislos den Kopf, als sie während des Happy-Einkaufstags die Politesse in der City beobachteten, als sie Knöllchen verteilte. Ausgerechnet auch noch an ein Mitglied der Schützenbruderschaft Balve, das seit dem frühen Morgen im Einsatz war.

Der Schützenbruder hatte sich ebenso wie viele andere ehrenamtliche Kräfte der Bruderschaft und die Mitglieder des „Himmlischen Hofstaats“ heute einen Tag Urlaub genommen, um an den beiden Ständen auf dem Drostenplatz und Volksbank-Parkplatz die Besucher des Happy-Einkaufstages mit kleinen Geschenken zu erfreuen, die letztendlich dazu führten, dass drei Einrichtungen aus Balve und Olpe mit 3.000 Euro unterstützt werden.

Anzeige

Angesichts dessen, dass der Happy-Einkaufstag nur deshalb zu einem Erfolg wurde, weil der Schützenkönig der Bruderschaft Balve, Andreas Schulte, mit der weißen Kutsche durch die Stadt fuhr und sich die zahlreichen ehrenamtlichen Kräfte über Stunden eingebracht hatten, stellt sich die Frage: Muss es denn unbedingt sein, dass der Bürgermeister dieser Stadt, Hubertus Mühling, oder sein Allgemeiner Vertreter Michael Bathe, ausgerechnet an einem Tag, an dem es ohnehin nicht genügend Parkplätze in der City gibt, die Politesse los schickt, damit auch die Stadtverwaltung Kasse machen kann?

Nein. Denn solange wie es nicht zu gravierenden Verkehrsbehinderungen oder gar Gefährdung von Menschen kommt, muss es nicht sein, dass die Balver und ihre Gäste, die an diesem Tag mit ihren Einkäufen dem arg gebeutelten Fachhandel Unterstützung gewährten, zur Kasse gebeten werden, weil sie die ohnehin knapp bemessene Parkzeit überschritten haben. Wer so agiert wie die von Mühling geleitete Behörde, der ist zwar im Recht, aber so sensibel wie ein Amboss. Richard Elmerhaus

Anzeige