„Wenn man sich auf andere verlässt, ist man verlassen!“ Diese bittere Erfahrung musste jetzt auch der Bürgermeister der Stadt Balve machen, der einen Brief unterschrieben hatte, ohne den Inhalt zu prüfen. UWG-Chef Lorenz Schnadt erwies sich da als ehemaliger Polizeibeamter als hartnäckiger Ermittler, der das Schreiben vom 17. April vergangenen Jahres sofort als Lügenschreiben bezeichnete und nicht eher ruhte, bis er nun ein Ergebnis vorlegen konnte.
Obwohl, das fragt sich der neutrale Beobachter, wäre das nicht eigentlich die Aufgabe des Bürgermeisters gewesen, diesen Punkt auf die Tagesordnung des Rates zu setzen und dann vielleicht der UWG dazu das Wort als „Ermittler“ zu geben? Immerhin konnte nachgewiesen werden, dass den Bürgermeister kein Vorwurf trifft zu den Verfehlungen des Sachbearbeiters, da Teamleiter und Fachbereichsleiter noch dazwischen standen und der oberste Dienstherr im Rathaus nicht jeden seiner Mitarbeiter beaufsichtigen kann. Also klarer Freispruch durch die UWG.
Nicht so bei der Aufarbeitung der Affäre. Hier sind dem Bürgermeister offensichtlich die Fäden entglitten, sowohl bei der Mitteilung, seit wann er davon wusste, als auch bei dem Antwortschreiben an die UWG vom 17. April 2025, das Lorenz Schnadt umgehend als Lüge bezeichnete.
Leider war es tatsächlich so. Hier wurden wissentlich von einem Sachbearbeiter falsche Sachen behauptet, so das Ergebnis der UWG. Den Brief unterzeichnete der Bürgermeister im Glauben daran, dass alles seine Richtigkeit hat, ohne den Text zu prüfen. Das musste er kleinlaut zugeben. „Wenn man sich auf andere verlässt, ist man verlassen!“
Roland Krahl
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